„... wenn man das Lächeln sieht“

Lesumer Chor „Zwischentöne“ spendete 680 ersungene Euro für Lebenswunsch e. V.

Uwe Seeler und Ailton haben sich schon für den Verein Lebenswunsch e. V. engagiert; kürzlich hat der Chor „Zwischentöne“ 680 Euro für die Erfüllung von Wünschen von schwer kranken Menschen an den Verein Lebenswunsch e. V. gespendet. Foto: AS

Artikel vom: 26.08.2023

Lesum – (AS) Freunde und geliebte Menschen treffen, mit einem Bulli fahren, die Katzen zu Hause noch einmal beschmusen, das sind einige der Anfragen, die der Verein Lebenswunsch e. V. von Menschen, die kurz vor dem Lebensende stehen, erhält und verwirklicht.
„Wir erfüllen das“
„Die Damen möchten häufig an die Küste, die Männer noch einmal zu Werder“, berichtete Peter Löhmann vom Verein. Er war kürzlich nach Lesum gekommen, um eine Spende des Chores „Zwischentöne“ in Höhe von 680 Euro in Empfang zu nehmen. Dieser hatte bei seinem Auftritt während der Burglesumer Kulturtage seine Gäste um Gelder für den Verein gebeten, sie erhalten und dankte nun herzlich. Chorleiter Karsten Machinek lobte Anne Schulz für die Idee. Diese berichtete, dass sie vor Jahren über den Verein Lebenswunsch e. V. in der Zeitung gelesen hatte. Doch durch Corona habe man nicht singen dürfen. „Nun haben wir das wahrgemacht!“, freute sie sich.
Die Freude war auch auf der Seite von Peter Löhmann: „Wir leben von Spenden“, erklärte er. Manche Anfragen seien kostspielig, wenn aber jemand der Schwerkranken einen Wunsch habe, dann erfüllen wir das“, gleich, ob derjenige arm oder reich sei.
Und so habe ein Herr Mitte 70 seine 96-jährige Mutter nach drei Jahren wiedergesehen und eine Dame ihr geliebtes Langeoog. Einer Frau und ihren Freundinnen habe man eine Stretchlimousine zum Feiern und Verabschieden organisiert. „Den Menschen ist es wichtig, sich zu verabschieden.“
Vor einiger Zeit habe eine Frau den Wunsch geäußert, das Musical „Starlight Express“ in Bochum zu erleben. Da dies, wegen Corona, nicht möglich gewesen sei, habe man fünf Akteure gebucht, die für die Gäste des Hospizes und ihre Familienangehörigen auf dem Parkplatz aufgetreten seien. Derzeit planten die Ehrenamtlichen eine Reise mit einer Chessna nach Westfrankreich, damit sich zwei Menschen noch einmal begegnen können.
Für Peter Löhmann, ehemals Angestellter der Sparkasse Bremen, sei das Ehrenamt inzwischen Halbtagsjob geworden, berichtet er. Mal kämen zwei, drei Wochen keine Anfragen, aktuell seien fünf auf seinem Schreibtisch. Seit der Gründung des Vereins vor einigen Jahren seien inzwischen zirka 250 Wünsche erfüllt worden. „Der schönste Moment ist, wenn man das Lächeln sieht“, berichtet er über seine Arbeit. „Dann weiß ich: Sie denken nicht an ihre Krankheit.“
Wer den Verein unterstützen oder Mitglied werden möchte, findet weitere Informationen im Internet unter www.lebenswunsch.org.


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