Kanalbauarbeiten werfen viele Fragen auf

Zufahrt für Schneidemühler Straße muss gesichert werden

Die geplanten Kanalarbeiten in der Schneidemühler Straße in Aumund-Hammersbeck warfen viele Fragen auf. Besonders die Frage nach der Erreichbarkeit und Versorgung der Anwohner im Bedarfsfall bereiteten einzelnen Mitgliedern des Beirates Sorgen. Foto: TH

Artikel vom: 02.04.2024

Aumund-Hammersbeck (TH) – Die erforderliche Erneuerung des Schmutzwasserkanals im Straßenzug Schneidemühler Straße stellt nicht nur die Planer, sondern auch die Anwohner vor große Probleme, wurde in der Sitzung des Beirats Vegesack deutlich. Da es sich um eine Straßenführung handele, die jeweils in einem Wendehammer endet, gebe es keine Möglichkeit, eine dauerhafte Anbindung für motorisierte Verkehrsteilnehmer zu schaffen. Es bedeute, dass während den Kanalarbeiten die betroffenen Grundstücke nicht erreicht werden können. 

Insgesamt wird auf einer Länge von 644 Metern das Rohrnetz erneuert, das aus dem Jahr 1955 stammt. Sanierungsmaßnahmen des Kanalsystems würden ausscheiden. Künftig werden Rohre bis zu 400 Millimeter eingesetzt. In der Beiratssitzung verwies Hansewasser auf das Material aus Steinzeug mit einem Durchmesser von nur 250 Millimetern, das erhebliche Schäden aufweise. So wäre es bereits zu Riss- und Scherbenbildung gekommen. Auch sämtliche Hausanschlüsse werden erneuert. 

Da es nur eine Zuwegung für 40 Häuser geben würde, werden insgesamt sechs Bauabschnitte eingerichtet, so dass es abschnittsweise zu einer Vollsperrung kommen wird. Die Bauzeiten fielen unterschiedlich aus. Sie reichten von 70 Tagen bis 141 Kalendertagen. Alles im allen würden sich die Maßnahmen über eineinhalb Jahre hinziehen. 

Baustart werde am 8. Juli sein, kündigte Thorben Hamann, Projektleiter von Hansewasser, an. Kurz vor dem Beginn der Arbeiten werden die Anwohner ein weiteres Mal über die Maßnahme informiert. 

Im Zuge der Arbeiten werden eine Entwässerungsrinne und die Bordsteine erneuert. Auch an einer Asphaltierung der Straße werde sich nichts ändern.

Doch wie können die Haushalte versorgt werden, wenn dort ältere Menschen leben, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind? Wie können Versorgungsfahrzeuge passieren und im Ernstfall Rettungseinsätze? Darüber wollte Andreas Kruse (CDU) näheres erfahren, der die Frage nach Pflegediensten aufwarf und sich nach Handwerkern und weiteren Lieferanten erkundigte, wie sie zu den Häusern kommen können. 

Thomas Pörschke (Grüne) sprach wiederum eine unmittelbare notwendige Erreichbarkeit an, um Schäden abzuwenden.

Ingo Schiphorst (Stimme Vegesack) verwies auf Patienten, die regelmäßig zur Dialyse müssen oder die Tagesklinik aufsuchen. 

Mehr in den Mittelpunkt rückte die Frage, wo die Privatautos geparkt werden können, wenn es zu einer Sperrung kommt, wie sie Ines Schwarz (CDU) einwarf, während Heike Sprehe (SPD) sich für Parkmöglichkeiten für Anwohner aussprach. Da bereits vor einem Jahr die Maßnahmen der Kanalarbeiten im Beirat vorgestellt wurden, kritisierte Natalie Lorke (CDU) am Stand der Dinge, dass sich nichts geändert hätte. „Das macht mich sprachlos“. 

Hansewasser-Vertreter Arne Schmüser machte Hoffnungen zunichte, dass Ersatzparkplätze geschaffen würden. Das scheitere an den Kosten. Jedoch werde die Baufirma die Mülltonnen zu einem zentralen Sammelplatz bringen und auch wieder abholen. 

Das veranlasste den Beirat, mehrheitlich einen Beschluss zu fassen, dass die Möglichkeit für Zufahrtskorridore an Wochenenden geprüft werden und Pflegedienste die Häuser erreichen müssen. Bei Bedarf müsse auch eine Barrierefreiheit geschaffen werden.


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