„Schnelle und entschlossene Wahl des Motivs“

„Auf Sicht – Die Norddeutschen Realisten malen in Bremen“: der Katalog zur Ausstellung

Gemalt wurde bei jedem Wind und Wetter. Hier: die Lürssen Werft von Lars Möller (Ausschnitt). Foto: FR

Artikel vom: 23.05.2023

Bremen – (AS) Pleinair- oder Freilichtmalerei – der Begriff ist aus dem Französischen: „en plein air“: „im Freien“. Die Malerinnen und Maler halten „auf Sicht“ das fest, was ihnen bei Wind und Wetter vor die Augen kommt.


Rund 150 Ölgemälde von neun Künstlern


So auch die Norddeutschen Realisten, „eine mobile Künstlerkolonie“, wie Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums, sagt. Sie hatte Margreet Boonstra, Tobias Duwe, André Krigar, Meike Lipp, Mathias Meinel, Lars Möller, Frank Suplie, Till Warwas und Corinna Weiner nach Bremen zum Malen eingeladen. Die Künstlerinnen und Künstler kämen seit 1989 in wechselnden Besetzungen im In- und Ausland zu Symposien zusammen, in denen gemalt und ausgestellt werde, ist im Katalog zur Ausstellung „Auf Sicht“ – herausgegeben von Dr. Katja Pourshirazi – zu erfahren. Im Juni und September 2022 seien sie in der Hansestadt gewesen; je eine Woche in Bremen-Nord und eine in der Stadt. Direkt unter anderem vor dem Overbeck-Museum hätten sie, ausgestattet mit Pinseln und Paletten, ihre Staffeleien aufgestellt, sich über die Schultern blicken lassen und Fragen beantwortet. Und jeder habe, konzentriert auf den Ort, aus seiner Perspektive gearbeitet, so die Museumsleiterin. Das von ihr zusammengestellte Buch ist ein Ausstellungskatalog, der neben den Bildern, kurzen Biografien, dem Vorwort und dem Dank auch das Kapitel „Malen auf Sicht“ enthält. Hier geht sie unter anderem auf die Geschichte der Pleinairmalerei ein, die „ihren unaufhaltsamen Siegeszug“ der Erfindung der Farbtube verdanke.
Fotografien von den Malern und ihren Staffeleien werden von den Beschreibungen ihrer Arbeiten und informativen Fakten ergänzt. Ein Beispiel: „Die schnelle und entschlossene Wahl des Motivs ist eine der zentralen Herausforderungen in der Freilichtmalerei, die ja schon aufgrund der begrenzten Aufenthaltsdauer und der schnell wechselnden Lichtverhältnisse Zeitdruck erzeugt“, schreibt Dr. Katja Pourshirazi. Zudem sei der Katalog „ein ungewöhnliches Bremen-Buch“, denn es zeige „die Hansestadt im Spiegel zeitgenössischer Kunst“. Rund 150 Öl- und Tempuragemälde, „vom U-Boot-Bunker Valentin bis zum Blick über das Weser-Stadion vom Turm des Kraftwerkes in Hastedt aus“ seien darin vereint.
Geeignet sei der Katalog für Kunstfreunde, Bremen-Liebhaber, Sammler und Neu-Entdecker, für Heimatverwurzelte und Neugierige. Erhältlich sei er für 20 Euro in allen drei teilnehmenden Museen. Weitere Infos: www.overbeck-museum.de, www.vegesacker-geschichtenhaus.de, www.hafenmuseum-bremen.de.


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