Der Kampf um Tempo 30

Interessengemeinschaft akzeptiert Ablehnung des ASV für den Aumunder Heerweg nicht

Im Aumunder Heerweg darf mit bis zu 50 Stundenkilometern gefahren werden.  Foto: rdr

Artikel vom: 20.10.2024

Vegesack (RDR) – „Ich werde immer wieder darauf angesprochen, wann endlich Tempo 30 kommt“, berichtet Hartmut von Oehsen. Seit dem Frühjahr 2023 bemüht er sich mit einer eigens ins Leben gerufenen Interessengemeinschaft, um eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Aumunder Heerweg zu erreichen. Unter anderem die Kita Jaburgstraße und der Kinderarzt Christian Wagner grenzen mit ihren Grundstücken direkt an die Hauptverkehrsstraße. 

Mit ihren Anliegen waren die Betroffenen auch im Vegesacker Beirat vorstellig geworden und hatten einen Bürgerantrag eingereicht. „Bisher haben wir keine Unterstützung erfahren“, beklagen Hartmut von Oehsen und seine Mitstreiter. Der Sprecher- und Koordinierungsausschuss des Gremiums hätte lediglich das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) um Prüfung gebeten. 

Das ASV lehnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung daraufhin unter anderem mit dem Hinweis auf „eine hohe Anzahl“ von Querungshilfen im Aumunder Heerweg ab. Ohnehin wäre lediglich in den Abendstunden theoretisch eine Beschleunigung zwischen der Jaburgstraße und der Kreuzung Zur Vegesacker Fähre möglich. Ferner habe man in dem Bereich keine auffällige Unfallhäufigkeit festgestellt. „Es soll ja auch nichts passieren!“, sagt Hartmut von Oehsen. Er verweist auf die Hammersbecker Straße, in der 30-Zonen eingerichtet worden seien. „Warum sträubt man sich in unserem Fall so und blockt alles ab?“ Die Interessengemeinschaft will nicht aufgeben. Die Mitglieder überlegen nun, sich als nächstes an den Petitionsausschuss zu wenden. „Wir glauben, dort wird man uns besser behandeln!“, sagen sie.

Andreas Kruse, Sprecher des Verkehrsausschusses des Vegesacker Beirats, erklärt, dass das kommunale Parlament das Anliegen durchaus ernstnehmen und dieses voraussichtlich in der nächsten Sitzung behandeln würde. 

„Die ablehnende Haltung des ASV ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar; auch weil dort der Kindergarten ist“, unterstreicht er und verweist auf die Oberschule an der Lerchenstraße, wo zusätzlich zur Fußgängersignalanlage eine Tempo-30-Zone eingerichtet wurde. „Es ist unverständlich, dass das ASV mit zweierlei Maß misst.“


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