Rasen wie auf einer Formel 1-Strecke

Aumunder Heerweg: Tempo 30 gefordert

Vertreter der Interessengemeinschaft Verkehrsberuhigung Aumunder Heerweg: Hartmut von Oehsen, Christian Wagner, Dettmar Bolland und Lisa Hellmann (von links). Foto: RDR

Artikel vom: 24.01.2024

Vegesack (RDR) – Unter den Anwohnern des Aumunder Heerwegs hat sich mittlerweile die „Interessensgemeinschaft Verkehrsberuhigung Aumunder Heerweg“ gegründet. Ihr Ziel ist es, dort eine Tempo 30-Zone einrichten zu lassen. Zu laut, gesundheitsschädigend und viel zu gefährlich sei die aktuelle Situation, die es erlaube, Vehikel mit einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern über die Straße zu bewegen. „Tempo 50 ist hier einfach nicht tragbar!“, sagt Dettmer Bolland von der Interessengemeinschaft.

„Ich erlebe es, dass Autofahrer vom Vegesacker Bahnhof kommend über den Aumunder Heerweg wie über eine Formel 1-Strecke rasen“, berichtet Christian Wagner. Wagner ist Kinderarzt und hat seine Praxis direkt an besagter Straße. Auch er setzt sich nachdrücklich für eine Begrenzung auf Tempo 30 im Aumunder Heerweg ein. Er berichtet davon, wie Kinder auf dem Weg zur Schule quer über die Straße rennen würden; häufig ohne die vorhandene Bedarfsampel zu nutzen. 

„Nach Meinung des ASV sollen wir anscheinend erstmal abwarten, bis etwas passiert“, sagt Dettmer Bolland. Aber genau das wollen die Mitglieder der Interessengemeinschaft verhindern. Anwohner Hartmut von Oehsen berichtet davon, dass Autofahrer schon morgens um halb sechs durch den Aumunder Heerweg rasen würden. Das sei ein unhaltbarer Zustand.

„Hier gibt es einen Kinderarzt, einen Kindergarten, Kirchen, die Bibliothek ... das führt zu Querungen der Straße, auch von Kleinkindern oder Älteren, die nicht mehr so beweglich sind. Das wird alles nicht berücksichtigt!“, so Dettmer Bolland. 

Lisa Hellmann, die die Kita in der Jaburgstraße leitet, spricht sich ebenfalls deutlich für eine Tempobegrenzung aus. 80 Jungen und Mädchen ab zweieinhalb Jahre werden in der Einrichtung betreut. Einige Kinder hätte Defizite oder Beeinträchtigungen und seien im Straßenverkehr völlig überfordert, berichtet Lisa Hellmann. Wegen dieser Unsicherheit würde sie mit den Kids viel seltener spazieren gehen, als es ihr lieb wäre. 

Beim Amt für Straßen und Verkehr stößt die Forderung nach einer Tempo 30-Zone im Aumunder Heerweg bislang auf taube Ohren. 

Hartmut von Oehsen versteht das nicht. Die Hammersbecker Straße sei vergleichbar mit dem Aumunder Heerweg, und dort seien im Bereich von Kitas oder Schulen grundsätzlich Tempo 30-Zonen ausgewiesen. „Warum gibt es bei uns kein Tempo 30?!“ Dettmer Bolland erklärt, man fühle sich stark benachteiligt. „Warum dieser sture Widerstand?!“, übt er Kritik. 

Beim Amt für Straßen und Verkehr sieht man das Ganze pragmatisch. „Lediglich innerhalb der Abendstunden wäre theoretisch eine kurzzeitige Beschleunigung der Jaburgstraße und der Kreuzung Zur Vegesacker Fähre möglich“, heißt es in einem Schreiben. Auch die polizeiliche Statistik gebe eine Tempobegrenzung nicht her. In den vergangenen fünf Jahren seien lediglich 70 Unfälle im Aumunder Heerweg registriert worden. „Die Gesamtzahl wird als vergleichsweise gering eingestuft“, heißt es seitens der Behörde. Und weiter: „Entsprechend ist die Voraussetzung für eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer aufgrund fehlender Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs nicht gegeben. Eine Anordnung einer Tempo 30-Strecke im Aumunder Heerweg ist in diesem Fall nicht möglich.“

Die Interessengemeinschaft will sich damit nicht zufriedengeben. Die Mitglieder erhoffen sich vom Vegesacker Beirat Rückhalt und, dass ihr Anliegen noch einmal geprüft wird. Im Sinne ihrer Gesundheit und der Sicherheit aller Menschen, die den Aumunder Heerweg passieren. 


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