Ein Herzensprojekt
Die damals achtjährige Dellah und ihre zweijährige Schwester Jovita gehören zu den über zwei Millionen Waisenkindern in Uganda. Die Ältere habe sich auf der Straße um die Versorgung der jüngeren gekümmert, bevor sie in Patiences Waisenhaus kamen.Foto: fr
Artikel vom: 12.02.2026
Region – (as) „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“ – diesen Ausspruch von Albert Schweitzer haben sich Elke und Rainer Rogge auf die Fahnen geschrieben und den „Waisenhaus goldene Gorillas Unterstützungsverein e. V.“ gegründet.
Das Ehepaar und weitere Helfer betreiben in Uganda ein Waisenhaus und eine Schule.
Angefangen habe alles bei einer Gorilla-Trekking-Tour im November 2023, ausgehend von Ruhija, einem Bergdorf in 2600 Metern Höhe, berichtet Rainer Rogge, der derzeit seine Reisefotos von der Arktis und der Antarktis im Schloss Schönebeck ausstellt. Dort habe die insgesamt sechsköpfige Reisegruppe unter anderem Patience kennengelernt, die ihr eigenes Haus für Waisenkinder, die ihre Eltern an Aids oder Malaria verloren haben, zur Verfügung gestellt hat und vor der Basisstation des Gorillatrekkings tanzte, um für sie Geld zu verdienen.
„Ich habe dagestanden und geheult“, berichtete Rainer Rogge über den Moment, als er die Bedingungen vor Ort für rund 30 Kinder sah. „Patience lebte mit den Kindern in so unvorstellbarer Armut, dass wir uns hier im ‚reichen‘ Europa kein Bild machen können, wie die Lebensverhältnisse dort sind“, so Rainer Rogge. Beispielsweise sei die Temperatur in der Höhe oft deutlich unter zehn Grad Celsius, zum Zudecken habe es jedoch nur eine dünne Decke gegeben. Zudem fehlte es an trinkbarem Wasser vor Ort, Essen, Möbeln, Spielzeug, Schulsachen und mehr.
Am allernötigsten sei Wasser gewesen, denn dieses hätte für alle 32 Personen in einem vierstündigen Marsch von der Wasserstelle mit Kanistern geholt werden müssen. Die Reisegruppe habe einen Wassertank und Auffangrinnen finanziert, damit Wasser auch außerhalb der Regenzeit zur Verfügung stehe. Zudem sei Essen und Kleidung gekauft worden, im Anschluss das Waisenhaus renoviert und ein Solarpaneel für Strom angeschafft. Es folgten Stockbetten und neue Matratzen und ein Anbau ans Haus. Im September 2024 wurde Ackerland und Kartoffeln zur Selbstversorgung gekauft, anschließend wurden eine Toilette, Waschräume und eine Treppe dorthin gebaut. Danach bekam Patience bei ihrer Arbeit Hilfe von Annah, die kocht. Im November 2025 wurde das Waisenhaus ans Stromnetz angeschlossen. Im Februar 2025 übernahm Patience zudem die „Hamungo Charity Nursery and Primary School“ der Gemeinde. Dafür wurden von Syke aus Bücher und Bänke angeschafft, fünf Klassenräume gebaut und diese ausgestattet. Seit Mai 2024 werden fünf HIV-positive Kinder des Dorfes unterstützt, für die in der Schule ein Wohnraum errichtet und eine Hilfe, Niwaha, eingestellt worden sei. Weitere Toiletten wurden gebaut, ein 6400 Quadratmeter großes Grundstück für die Schule dazugekauft. Derzeit würden weitere fünf Klassenräume errichtet sowie Küchengebäude mit Vorratsräumen, je eins, für Schule und Waisenhaus.
„Die Versorgung der Kinder und der Betrieb vom Waisenhaus und der Schule Hamungo sind unsere Dauerprojekte“, so Rainer Rogge. Die nächsten zu finanzierenden und anstehenden Projekte seien der Bau einer Krankenstation bei der Schule und die Einstellung eines Arztes und einer Schwester.
Hilfe bekomme der seit 2025 eingetragene Verein von etwa 100 Menschen, unter anderem aus den europäischen Ländern, Australien, Japan und den USA. „Es ist mein Herzensprojekt“, sagt Rainer Rogge. Das Ehepaar möchte im November dieses Jahres wieder nach Uganda reisen.
Inzwischen würde über 300 Kindern geholfen. Für viele werden noch Paten gesucht: kleinere Kinder können mit 25 Euro im Monat unterstützt werden, größere mit 35 Euro.
Wer den Verein unterstützen möchte, kann unter elkeantarktis@kabelmail.de oder Telefon 0172 / 4531181 Kontakt aufnehmen.as
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