„Hausgezeichnet“

Isa Fischers neue Ausstellung im Kunstkeller von Schloss Schönebeck

Eine neue Technik von Isa Fischer sind die Aquarelle auf hölzernem Grund, die einen dreidimensionalen Aspekt mit sich bringen.  Foto: nik

Artikel vom: 05.02.2026

Schönebeck – Die neue Ausstellung im Kunstkeller von Schloss Schönebeck zeigt viele Motive historischer Architektur. Die Künstlerin Isa Fischer erzählt, dass sie schon seit 15 Jahren bevorzugt draußen vor ihrem Motiv arbeitet. Innerhalb von etwa drei Stunden entsteht so ein Aquarell. Sie hält dabei zunächst die Konturen mit Skriptol fest: „Das löst sich nicht an, wenn man mit Aquarell rübergeht.“

Die Ausstellung trägt den Titel „Hausgezeichnet – Stadtzeichnungen aus der Umgebung“ könnte laut Isa Fischer aber auch „Am Wasser“ heißen. Zahlreiche Motive hat sie im Bremer Norden gefunden. Viele der historischen Kämmereigebäude in Blumenthal seien dankbare Motive, genau wie der Wasserturm und das Schloss Schönebeck selbst. Eine Vegesack-Collage kombiniert den Walkiefer am Utkiek mit dem Museumshaven und dem Kito-Gebäude. Unter „Hausgezeichnet“ führt Isa Fischer auch Aufträge aus, wenn jemand etwa ein Aquarell von seinem Haus haben möchte. „Das hat sich ganz gut entwickelt, es wollten schon Leute aus Hamburg, Hannover und an der Ostsee ihr Haus gezeichnet haben.“ Auf Wunsch können auch die Bilder aus dieser Ausstellung erworben werden.

Als hauptberufliche Grafikdesignerin hat Isa Fischer zudem bereits mehrere Bücher gestaltet, in denen sie ihre Aquarelle mit den zugehörigen Rad- und Wanderwegen verknüpft. Sie veröffentlicht ihre Bücher im Selbstverlag: „Ich kann in Bremen ja einfach mit dem Fahrrad die Buchgeschäfte beliefern“ erzählt sie. Etwas ganz Neues seien Aquarelle auf Holz, welches sich mit einem Bindemittel grundiert fast wie Papier verhalte. So könne sie darauf mit Tusche aquarellieren. „Das muss dann auch nicht gerahmt werden“, sagt sie.

Viele der Motive haben einen großen Wiedererkennungswert: Der Molenturm am Getreidehafen ist sofort kenntlich. Auch das Stahlwerk, vom westlichen Ufer aus gesehen, bietet farblich ein eindrucksvolles Motiv. Der sogenannte Focke-Garten, mit dem die Wallanlagen zum Weserufer hin abschließen, wird nicht erst durch die Eisenbahnbrücke im Hintergrund erkennbar. „Man könnte ein ganzes Buch allein über die Wallanlagen machen“ findet Isa Fischer. „Das hält so ein bisschen fest, wie es einmal war.“ Es würden zwar zahlreiche Fotos gemacht, doch gerade deshalb brauche es in Bremen eine künstlerische Interpretation.  Das Besondere sei, nah am Motiv zu bleiben, dabei aber auch davon zu abstrahieren. Die Ausstellung, die am 7. Februar um 15.30 Uhr eröffnet wird, ist bis zum 22. März im Kunstkeller zu sehen. 


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