Über Stärken, Schwächen und Motivation

Axel Schäfer und Simone Schröter (links und rechts außen) vom Vorstand der IRB stellten den Bürgermeis-terkandiaten Marco Begerow (Bürgerfraktion), Wolfgang Goltsche (Die Grünen), Timo Koschnick (FDP) und Jürgen Kuck von der SPD (von links) Fragen. FOTO: NAD

Artikel vom: 16.08.2021

Ritterhude – (NAD) Es sollte eine lockere Runde werden, in der man die persönliche Seite der Bürgermeisterkandidaten kennenlernen konnte. Das hatte sich die Interessengemeinschaft Ritterhuder Betriebe e.V. (IRB) gewünscht und erfolgreich durchgeführt, als sie vergangenen Donnerstagabend ins Hamme Forum lud. Dort moderierten die Vorsitzende Simone Schröter und ihr Kollege Axel Schäfer die Podiumsdiskussion mit den vier Kandidaten: Marco Begerow (Bürgerfraktion), Wolfgang Goltsche (Die Grünen), Timo Koschnick (FDP) und Jürgen Kuck (SPD).
„Ich möchte, dass mein Enkel in einer Infrastruktur aufwächst, die richtig ist“, antwortete Wolfgang Goltsche auf die Frage nach seiner Motivation, Bürgermeister zu werden. Für Jürgen Kuck sei es immer eine Herzensangelegenheit gewesen, seinen Heimatort voranzubringen. „Wir bekommen das nur gemeinsam hin“, sagte er. Marco Begerow möchte in einer Gemeinde leben, in der man seine Kinder in Sicherheit weiß, sie zur Schule schicken kann und eine Freizeitgestaltung für Jung und Alt hat. Timo Koschnick sei ein Vollblutdienstleister. Er hält es für wichtig, dass jemand im Amt ist, der für alle da ist.
Die Politiker beantworteten die Fragen der Besucher, die im Vorfeld an die IRB geschickt wurden. Ein Thema war die Freizeitgestaltung. Timo Koschnick hält es für wichtig, dass sich auf dem ehemaligen Freibadgelände etwas entwickeln müsse. Das könne eine Begegnungsstätte sein, es könne eine Anbindung zur Hamme geben oder er könne sich auch Gastronomie vorstellen. Jürgen Kuck kann sich einen Rundweg um die Hamme vorstellen. Es gebe natürlich Schwierigkeiten mit den Besitzverhältnissen. Er zog den Vergleich mit der Ortsmitte, deren Realisierung aus diesem Grund 30 Jahre gedauert hat. Zunächst könne er sich aber Teile eines Rundwegs vorstellen. Marco Begerow hat sich viele Jahre für den Meeresschutz engagiert und hat deshalb ein Auge auf den Gewässerschutz. „Kultur ist etwas, was wir leben“, sagte Wolfgang Goltsche und verwies auf den Heimatverein Platjenwerbe, dessen Vorsitzender er ist. Dort würde man immer ein Kulturprogramm auf die Beine stellen. Das könne er sich auch für andere Ortsteile vorstellen.
Simone Schröter und Axel Schäfer wollten von den Kandidaten auch wissen, welche Eigenschaften sie dazu befähigt, Bürgermeister zu werden, und welche eher nicht so gut sind. „Ich bin in der Lage, mir Meinungen anzuhören, diese zusammen zufügen und zu einem Kompromiss zu führen“, äußerte sich Jürgen Kuck. Allerdings würde er manchmal auch erst auf den letzten Punkt kommen. Timo Koschnick hob seine Empathie hervor und, dass er ein Teamplayer sei. Letzteres könne man aber auch als Schwäche auslegen, fand er. Wolfgang Goltsche betonte, dass er ein multiinternationales Team leite und in den Bereichen Planung und Umsetzung sehr gut sei, allerdings sei er sehr ungeduldig. Diese Schwäche teilt er sich mit Marco Begerow, der jedoch sehr fokussiert und lösungsorientiert arbeite.
Die Kandidaten sprachen auch noch über die Problematik der erhöhten Grund- und Gewerbesteuern: Alle hielten diese für zu hoch. Jürgen Kuck, der selbst im Rat saß, als darüber entscheiden wurde, bemerkte, dass die erhöhten Abgaben zweckgebunden für den Straßenbau genutzt werden würden. Es handele sich nicht um einen Dauerzustand. In fünf bis acht Jahren wolle man darüber evaluieren.
Beim Thema Mobilität berichtete Wolfgang Goltsche von dem Fahrradkonzept, was er bereits 2015 forderte und nach der Ablehnung selbst erstellte und das in das aktuelle beschlossene Konzept einfließe. Jürgen Kuck will den Individualverkehr nicht in Frage stellen, aber die Antriebskraft. Das Umdenken müsse in den Köpfen der Leute beginnen. Ähnlich sieht es auch Marco Begerow, der seit einem halben Jahr E-Mobil unterwegs sei. Da er auf den Dächern seiner Wohnung und seines Geschäfts Photvoltaik-anlagen habe, könne er sich damit voll identifizieren.


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