Schulzentrum Bördestraße wird gymnasiale Oberstufe

Schulstandorte in Lesum wurden im Beirat behandelt

Das Schulzentrum Bördestraße wird ausschließlich zu einer gymnasialen Oberstufe umgewandelt werden. Foto: TH

Artikel vom: 30.11.2022

Lesum – (TH) Es geht langsam voran mit der Schulstandortplanung. Doch noch herrscht viel Skepsis vor, ob die Umsetzung gelingen wird. Das wurde im Verlauf der Beiratssitzung im Schulzentrum SZ Bördestraße deutlich.
Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand ein aktueller Bericht über die Nutzung der Gebäude an der Bördestraße als Oberschule. Dafür stand Referatsleiter Udo
Stoessel aus dem Hause der Senatorin für Kinder und Bildung Rede und Antwort. Ferner gab es nähere Informationen über den Entwicklungsstand an den Schulstandorten Heisterbusch und Steinkamp, dem ehemaligen Schulverbund Lesum.
„Der berufsbildende Teil des SZ zieht aus und die gymnasiale Oberstufe bleibt“, so die Aussage von Udo Stoessel. Dafür sei eine Anmietung im Campus West erforderlich. Nach Ansicht von
Stoessel wäre eine Erweiterung von Fünf- auf Sechs-Zügigkeit vorgesehen. „Alles, was den Schulalltag ausmacht, ist eingeplant. So können wir den Standort bestücken, weil ausreichend Fläche vorhanden ist“, so der Referatsleiter. „Auf sieben Ebenen passt alles in das Gebäude.“ Dazu zählen auch Freiflächen für Lernzonen und Rückzugsmöglichkeiten. Zudem sei eine Umgestaltung des Schulhofes erforderlich. Die Flächen müssten transformiert und zum Teil entsiegelt werden. Auch der Parkplatz wird mit eingeschlossen sein. Der Zeitplan sehe vor, dass Ende 2023 der Auszug aus der Bördestraße vollzogen wird, so dass mit dem Umbau und der Fertigstellung des Gebäudes begonnen werden kann. Dafür sind 18 Monate eingeplant.
Dann folgt der Steinkamp. Ein Rückbau sei am Schulstandort Steinkamp vorgesehen, während eine Neugründung am Heisterbusch mit Neubau einschließlich einer Turnhalle geplant sei. Ein gewisser Zeitdruck käme aus der Paul-Goldschmidt-Schule. Denn es werden dringend neue Räumlichkeiten benötigt.
Über die künftige Ausstattung des Schulzentrums Bördestraße gab es unterschiedliche Auffassungen. Das betraf in erster Linie das Außengelände. So wurden von einzelnen Beiratsmitgliedern ausreichend Parkplätze eingefordert. Doch wie sieht es mit der personellen Versorgung aus? Wird sichergestellt sein, dass genügend Lehrkräfte nach dem Auszug des Berufsschulzweiges weiterhin am Standort bleiben und wird es eine zentrale Schulleitung geben?
Diese Fragen stellte Ute Appel (SPD). Auch sie hielt eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen für erforderlich: „Wir möchten Schule attraktiver für die Lehrkräfte machen, dass sie mit dem PKW die Schule erreichen. Denn viele wohnen nicht in Bremen-Nord.“
Die Bördestraße ließe sich bequem mit Bus und Bahn erreichen. Es sei ohnehin eine enorme Automenge unterwegs. Grundsätzlich wäre die Entscheidung gut, dass eine gymnasiale Oberstufe an der Bördestraße einzieht, so Ewald Friesen (Die Grünen). Nach wie vor erforderlich sei eine ausreichende Versorgung der Grundschüler. „Wir werden genau schauen, wieviele Eltern am Mönchshof weggeschickt werden, weil keine Plätze vorhanden sind.“ Denn jetzt kämen starke Jahrgänge, beurteilte Pius Heereman von der FDP kritisch die Lage.
Für eine Stärkung der Grundschulen sprach sich auch Martin Hornhues (CDU) aus: „Wir brauchen sie, weil die anderen Grundschulen am Limit sind. Wir laufen in ein Belastungsrisiko“. Man müsse das Gespräch mit der Grundschule Mönchshof suchen, bevor man bestehende Strukturen zerstöre, so Maren Wolter (SPD). Sie gab zu bedenken, dass Mönchshof nicht barrierefrei sei. Dafür fand Udo Stoessel eine klare Antwort - nämlich dass bei künftigen Schulgebäuden darauf achten werde. „Denn die Vielfalt ist entscheidend“.
Harald Rühl (AfD) erwartete klare Zeitprognosen. „Wäre es nicht ehrlicher, gleich zu sagen, wenn Verzögerungen eintreten“, fragte er.
Die Schulortplanung basiere auf Statistiken, wie sich die Bevölkerungszahlen entwickeln, so Stoessel. Davon sei die weitere Planung abhängig. Auch Karsten Thiele, Referatsleiter Schulaufsicht, sprach von hohen Schwankungen, die es sehr erschwerten, exakte Planungen vorzunehmen. Zuweilen müsse man kurzfristig Mobilbauklassen einrichten. Das führe immer zu Unzufriedenheit aller Beteiligten. Fest stehe, dass eine Oberschule mit Oberstufe Realität wird.
Kritisch verfolgten mehrere Lehrkräfte im Publikum die Diskussion. Bei den Pädagogen blieben Fragezeichen bestehen: Wie wolle man etwa größere Veranstaltungen durchführen, bei einer Schülerzahl, die sich auf 1100 belaufen wird? Dafür reiche die Mensa nicht aus. Das gesamte Gebäude eigne sich nicht für eine sechs-zügige Oberstufe. Somit sei die Planung nicht seriös, gab eine Lehrkraft zu bedenken.
Ein weiterer Lehrer vermisste ausreichend Freiflächen auf dem Schulgelände: Wie sollen die Schüler aufgestaute Aggressionen abbauen, wenn sie nicht genügend „Auslauf“ haben? Es sei für Lehrkräfte unerträglich, wenn diese Stimmungen aufzufangen hätten, kritisierte er. Von einem „Zickzackkurs“ sprach ein weiterer Lehrer. Nach seiner Auffassung würde der Beirat nicht mehr den Steinkamp für eine Grundschule vertreten. „Die größte Schule kommt auf das kleinste Grundstück“, so sein Kritikpunkt. Für größere Veranstaltungen eigne sich die Sporthalle, gab Ortsamtsleiter Florian Boehlke zu bedenken. Sie verfüge über eine Tribüne und Akustikanlage.
Der Beirat erwartet, dass nach der Sommerpause die Pläne konkretisiert werden, wie die Außenanlagen samt Parkplätzen, aber auch die Entlastung der Oberschulen und die Planung der übrigen Schulen verlaufen werden.


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