Buchhandlungspreis 2026 für die „Lesumer Lesezeit“
Ausgezeichnete Buchhandlung: die Lesumer Lesezeit. Foto: as
Artikel vom: 24.08.2026
Bremen/Lesum – (as) Die „Lesumer Lesezeit“ wurde mit dem Bremer Buchhandlungspreis 2026 ausgezeichnet. Dazu der Bremer Bürgermeister und Senator für Kultur, Dr. Andreas Bovenschulte: „Das Land Bremen ist sich bewusst, dass die zum Teil kleinen Sortimente der Bremer Buchhandlungen in einem besonderen Maße für Kulturvermittlung und die Schaffung von kultureller und literarischer Teilhabe in den jeweiligen Stadtteilen stehen. Zudem sorgen sie durch Veranstaltungen und Kooperationen für eine Steigerung der kulturellen Lebensqualität. Auf diese besondere Rolle weist der Preis hin.“
Svenja Esch hat den mit 3000 Euro dotierten Hauptpreis erhalten. Weiterhin ausgezeichnet wurden die Buchhandlung Peterswerder, Inhaberin Christine Fritsch, und der Buchladen in der Neustadt von Jens Evers und Bernd Treib mit je 500 Euro von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen.
Der Buchhandlungspreis sei – zusätzlich zu den Rückmeldungen der Menschen vor Ort – eine besondere Anerkennung, und zeige, dass ihre Arbeit gesehen werde, freute sich die 49-Jährige. Als „Kind des unabhängigen Buchhandels“ – gelernt hat sie in der ehrwürdigen Buchhandlung Peterknecht in Erfurt, weitere, auch Leitungsfunktionen folgten – übernahm sie das Lesumer Geschäft im März 2013 von Cornelia Lohmann. „Ich habe mich sofort in die Buchhandlung verguckt“, erinnert sie sich an ihren ersten Besuch. Mitgebracht habe sie den Buchhandlungsgeist „Opoponatz“, der die Bücher verstelle. Im Oktober 2024 ist die Lesezeit Werkstatt im hinteren Teil des Gebäudes dazugekommen. Die ehemalige Papierwerkstatt von Vor-Vorinhaber Peter Liebricht wird nun zum Beispiel für Ausstellungen, Lesungen oder Bastelmöglichkeiten für Kinder genutzt. Auch ein Escape-Raum sei geplant, zusammen mit der Auszubildenden Claire Goile. Weiter zu ihrem Team gehören Elke Graue, Rosemarie Hensing und Kirsten Vogt.
Die Jury hatte das „überzeugende buchhändlerische Konzept“ und die „kreativen Ideen“ hervorgehoben, wie das Lesefestival „Lit.Lesmona“ für Kinder und Jugendliche, das Svenja Esch mit Ideengeberin Sabine Fröhlich seit einigen Jahren auf die Beine stellt.
„Wir setzen uns für das Kulturgut Buch ein und dafür sind wir ausgezeichnet worden“, so Svenja Esch, die das „wunderbare“ Bremen, die „City of Literature“, seine Menschen und die lange soziale Tradition schätzt. „Ich habe das Gefühl, ich bin in der richtigen Stadt“, erklärt sie.
Durch Corona hätten auch die jüngeren Menschen zum Lesen zurückgefunden und tauschten sich über die sozialen Netzwerke aus. Das sei für den Buchmarkt ein großes Glück. Denn derzeit sei ein Wandel im Konsumverhalten zu erleben, jüngere kauften online und gingen nur in der Freizeit shoppen. Deshalb versuche sie mit ihrem Team, Anreize und zusätzliche Impulse zu schaffen, „damit die Menschen gern hierherkommen“.
Ihre Tätigkeit sei für sie sinnhaft: „Sie erfüllt mich. Mir tut das gut!“
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