Sicherheit in Burglesum
Der Leiter des Polizeikommissariats, Marco Perin (Dritter von rechts), und André Klemmt, der Revierleiter von Lesum, gaben Auskunft zur Sicherheit in Burglesum. Foto: as
Artikel vom: 16.07.2026
Burglesum – (as) Zwei Raubüberfälle auf Tankstellen, einer in einem Supermarkt, ein privater Streit im öffentlichen Raum mit Schusswaffengebrauch: Beim Beirat Burglesum waren kürzlich Marco Perin, der Leiter des Polizeikommissariats Bremen-Nord, sowie André Klemmt, der Leiter des Lesumer Reviers zu Gast, um über die aktuelle Sicherheitsentwicklung in Burglesum zu berichten.
Marco Perin sprach von einer „Häufung der Straftaten, die ob der Schwere schon berühren und das Gefühl der Sicherheit beeinflussen“. Das mache auch etwas mit den Polizisten, doch diese seien Profis und in der Lage sind, zu objektivieren, Beobachtungen zu analysieren und Erfahrungsberichte auszuwerten.
Die Ergebnisse fänden sich in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik wieder, die im September herausgegeben werde. Sie ergäben ein gutes Gesamtbild aus objektiven Zahlen, mit denen man umgehen müsse, und dem subjektiven Gefühl.
In diesem Kontext würde betrachtet, inwieweit die objektive Sicherheit gefährdet sei und wie schnell man vor Ort sei. „Schwere Straftaten sind in unserer Wahrnehmung sehr weit oben“, so der Leiter des Polizeikommissariats. Bezüglich der Schnelligkeit gebe es das Ziel, den Ort des Geschehens innerhalb von acht Minuten zu erreichen. Bei den vier erstgenannten Fällen habe man vier bis sieben Minuten gebraucht. Jeder der Einsätze habe dazu geführt, dass der Täter gestellt wurde. „Wir waren sehr schnell und erfolgreich und haben erreicht, was wir wollten.“ Untereinander gebe es bei den Straftaten keine Zusammenhänge, ein übergeordnetes Problem sehe er nicht. Es sei eine „unglückliche Häufung von dieser Qualität an Straftaten“ gewesen. Er gehe nicht davon aus, dass sich das verstetige. In der „Qualität“ der Straftaten sehe er jedoch einen Anstieg, beispielsweise beim Einsatz von Messern.
Die Einsatzdichte sei gestiegen, jedoch die Zahl der Straftaten würde sinken, auch in Bremen-Nord; um zehn Prozent bei Raub, erklärte er zu den Zahlen von 2024 auf 2025 aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik.
Kompensiert werde die Lage damit, dass man von zentraler Stelle aus mit dem gleichen Zielerreichungsgrad losfahre, konzeptionell mit unterschiedlichen Systemen unterwegs sei und die Fahrzeuge mit höchstmöglicher Verfügbarkeit in der Fläche halten will. Das sei das Konzept, das sich im Daueroptimierungsprozess befände.
Die in Lesum verbliebene Kop-Stelle sei Schnittstelle, auch zur Prävention. Weiterhin stünden die Polizei und das Ortsamt im intensiven Austausch über objektive und subjektive Themen der Sicherheit.
Bezüglich der Prävention will die Polizei an Infoständen in Bremen-Nord Kontakte zu den Bürgern aufnehmen und Flyer verteilen.
Martin Hornhues (CDU) erklärte, dass seit dem Umzug der Einsatzkräfte nach Vegesack weniger Polizei in Burglesum zu sehen sei und fragte nach zusätzlichen Kräften, damit sie mehr wahrgenommen werde. Er wollte auch wissen, wie die Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Kollegen funktioniere.
Marco Perin dazu: „Wir wollen die Streifenwagen nicht an der Burg, sondern unterwegs sehen.“ Bremen-Nord sei in die größte geografische Einzelfläche in Bremen. Da sei es manchmal schwierig, die Wagen zu sehen. In Bezug auf die Nachbarn erklärte er, es gebe länderübergreifende Maßnahmen und für die – sehr gute – Zusammenarbeit entsprechende Regelungen.
Der Beirat nahm den Bericht zur Kenntnis.
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