Regenerative Energiepläne standen im Fokus

Das Projekt Wärmepumpen wurde dem Blumenthaler Beirat jüngst in der Sitzung vorgestellt

Die Energiefachleute Michael Richts, Frida Kopka und Martin Grocholl (von links).Foto: th

Artikel vom: 29.05.2025

Blumenthal (th) – Die Wärmeplanung nimmt im Bremer Norden Formen an. Kürzlich stellte die Klimaschutzagentur des Bundeslandes den Stand der Planungen vor. Nach dem Motto „Klima schützen – Zukunft sichern“ ist man sehr bemüht, die regenerative Energie in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu rücken. Dabei spielen die Wärmepumpen eine große Rolle. Aufgrund der Bauweise in Farge-Rekum wird kein Wärmenetz aufgebaut, da sich im gesamten Einzugsgebiet überwiegend einzelne Wohnhäuser befinden. Als dezentrale Lösung eignen sich für den privaten Hausbesitzer Wärmepumpen.

Es bestehe grundsätzlich keinerlei Verpflichtung, sich an ein Wärmenetz anzuschließen, berichtete Michael Richts aus dem Hause des Umweltressorts, der als Referent an der Beiratssitzung in Farge teilnahm. Die Klimaschutzagentur im Lande Bremen ist eine gemeinnützige Einrichtung und auf die Gebäudetechnik ausgerichtet. Sie verfolgt das zentrale Ziel, die Verbräuche von fossiler Energie zu reduzieren. „Wir müssen effizienter werden“, so Martin Grocholl, Geschäftsführer von EnergieKonsens. Für Farge-Rekum spiele die Fernwärme keine entscheidende Rolle. Das träfe mehr auf das Stadtgebiet Blumenthal zu.

Der Energiefachmann vertrat die Ansicht, dass verstärkt Strom eingesetzt werden müsse, um Gebäude zu beheizen. Dabei spiele das Thema Wasserstoff keine Rolle, um zum Beispiel Gas und Öl zu ersetzen. „Wir merken Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen“, so Martin Grocholl. Daher müssen neue Heizungsanlagen einen Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energie einspeisen. Allein 862 überwiegend freistehende Gebäude befinden sich in Rekum, während im Stadtgebiet von Bremen die Reihenhäuser ausschlaggebend sind. Es mache Sinn, sich verstärkt der Wärmedämmung zu widmen. Das träfe nicht nur auf Dächer und Dachböden, sondern auch auf Kellerdecken zu. Durch die Optimierung von vorhandener Technik kann ein Einsparpotential von  acht bis zehn Prozent erzielt werden.

Es mache Sinn, für ein optimiertes Heizen zu sorgen, indem auf die Temperatur geachtet wird und Heizkörper freigehalten werden. Das Heizungssystem sollte nicht zu hoch gefahren werden. In dem Falle würde der Einsatz von Wärmepumpen zu viel Strom benötigen. Eine einsetzende Geräuschentwicklung könne sich durch Schallschutzhauben lindern lassen. Für eine Optimierung der Anlage sei eine fachgerechte Planung und Installation Voraussetzung. Trotz hoher Ausgaben mache sich die Investition bezahlt, weil eine Wärmepumpe mit bis zu 70 Prozent der Anschaffungskosten gefördert würde. Im Lande Bremen gäbe es beim Austausch von alten Heizungen bis zu 60 Prozent Fördergelder.

Ein umfassendes Beratungsangebot bietet EnergieKonsens in der Knochenhauerstraße 9 für alle Bremer, die ihr Haus energieeffizient und nachhaltig modernisieren lassen wollen. Erst kürzlich führte EnergieKonsens eine Wärmepumpenwoche in Rekum durch. Weitere Infotage und Aktionen würden folgen. „Ich möchte Sie ermutigen, dem Thema Erdwärme mehr Aufmerksamkeit zu geben“, so Thomas Bergmann, CDU. „Werden Sie aktiver, auch in Sachen Wärmepumpen.“ Nach seiner Einschätzung könnte sich alles viel schneller umsetzen lassen. Nur das Land Bremen würde zu viele Hürden aufstellen. Sein Beiratskollege Hans-Gerd Thormeier (CDU) erkundigte sich nach dem Aufbau eines möglichen Nahversorgungskonzeptes, um Nachbarschaften zu mobilisieren.

Das Thema Flusswärmepumpen, das Marc Pörtner (Grüne) einbrachte, könne in Bremen wegen zu hoher Kosten nicht umgesetzt werden. Bundesweit gibt es bereits derartige Großanlagen, wie beispielsweise in Mannheim. Dort sind bereits etwa 3500 Haushalte angeschlossen, um mithilfe einer großen Flusswärmepumpe Energie aus dem Rhein zu beziehen. 


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