„Es ist existenzbedrohend“

Kaufleute im Müllerloch verzeichnen durch Vollsperrung hohe Umsatzverluste

Für Kauffrau Claudia Schwinning ist die Baustelle in der Weserstrandstraße „umsatztechnisch eine Katastrophe“. Hinter ihr, im Bereich zwischen Zum Donaufleet und Emmalene-Bulling-Straße stehen ausschließlich Baumaterialien und Fahrzeuge. Vollgesperrt wurde der Abschnitt trotzdem.  Foto: rdr

Artikel vom: 21.07.2025

Blumenthal (rdr) – Seit Ende Juni herrscht Baustellen-Chaos in der Weserstrandstraße. Ein Kanal war dort gebrochen und wird seit dem 24. Juni von hanseWasser saniert. Zugleich wird seit dem 3. Juli die Bushaltestelle Zum Donaufleet saniert. Konnten Autofahrer aus Richtung Rönnebeck die Geschäfte im Müllerloch wie das E-Center beispielsweise noch über eine Umleitung über die Kapitän-Dallmann-Straße und Zum Donaufleet erreichen, ist dies nun nicht mehr möglich, denn auch der Abschnitt zwischen Zum Donaufleet und Emmalene-Bulling-Straße ist vollgesperrt. 

„Mit der ersten Baustelle konnten wir noch leben, aber jetzt ist es umsatztechnisch eine Katastrophe“, berichtet Claudia Schwinning, Inhaberin des E-Centers. Auch andere dort ansässige Geschäftsinhaber hätten massive Einbußen. 

Claudia Schwinning, die erst im vergangenen Jahr über eine Millionen Euro in die Modernisierung ihres Marktes investiert hatte, verzeichnet seit Beginn der Baustelle einen Umsatzverlust von rund 15 Prozent. „Es ist existenzbedrohend“, sagt die Kauffrau. Dass in der Weserstrandstraße im gesperrten Bereich zwischen Zum Donaufleet und Emmalene-Bulling-Straße nicht gearbeitet, sondern lediglich Baumaterial gelagert wird, ärgert sie besonders. Laut dem Amt für Straßen und Verkehr (ASV) geht das nicht anders.

„Im Zuge der Kanalsanierung, Baumaßnahme der hanseWasser Bremen GmbH, mussten Teile der Straße aufgenommen werden, um die entsprechend fälligen Bauarbeiten vornehmen zu können. Dies bedeutete gleichzeitig, dass die Zufahrt zur Arbeitsstelle im Haltestellenbereich, Maßnahme des Straßenbaulastträgers, ASV Bremen, stark eingeschränkt beziehungsweise abgeschnitten wurde“, teilt Bert Schulze, Referatsleiter Straßenerhaltungsbezirke neun und zehn beim ASV, mit. „Demzufolge ist die Bestückung der eigentlichen Arbeitsstelle des ASV Bremen nur noch von der Seite Landrat-Christians-Straße aus möglich. Gleichzeitig musste die Baustelleneinrichtungsfläche auf den Streckenabschnitt zwischen den Straßen Zum Donaufleet und Emmalene-Bulling-Straße verlegt werden. Die Lagerung sämtlicher Materialien und Einrichtungen zur Baustelle im eigentlichen Baufeld ist nicht möglich.“ 

Nach derzeitigem Stand könne die Baumaßnahme zum festgelegten Termin abgeschlossen werden, so der Referatsleiter weiter. Das wäre dann der 16. August. „Da einige Arbeiten jedoch witterungsabhängig sind, könnte es zu Störungen im Bauablauf und zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Hierfür wurde jedoch ein Puffer bei der Planung vorgesehen“, sagt Bert Schulze. Die Kaufleute werden bis dahin um ihre Existenz fürchten. „Es gibt keine Möglichkeit, die entsprechenden Verluste aus Umsatzeinbußen geltend zu machen“, teilt Bert Schulze mit.


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