Chancengleichheit ist nicht gegeben

Zusätzliche pädagogische Fachkräfte werden für Blumenthal gefordert

Es fehlen pädagogische Fachkräfte im Stadtteil Blumenthal. Das macht sich an den örtlichen Schulen, wie an der Oberschule „Egge“ bemerkbar. Foto: th

Artikel vom: 14.12.2025

Blumenthal – (th) Ein Antrag der Fraktion der Grünen wurde auf der jüngsten  Beiratssitzung vertagt. Über die Parteigrenzen hinaus bewerteten einzelne Mitglieder die Vorlage als wertvoll und gut, selbst wenn es schwierig sei, eine Antwort auf die Personalengpässe zu finden. Dennoch zeichnete sich für Marc Pörtner (Grüne) dringender Handlungsbedarf ab, nachdenklich gestimmt von den vorliegenden Zahlen, die bei vielen Schülerinnen und Schülern einen geringen Bildungserfolg offenlegen. „Stadtteile mit einem hohen Sozialindex erfordern eine deutlich erhöhte Zuweisung von Fördermitteln und Ressourcen“, so Marc Pörtner. Als Ausweg aus der Misere macht er sich für tragfähige Lösungen stark, die entwickelt und umgesetzt werden müssten. Nach seinen Worten würde ein qualitativ hochwertiger Schulabschluss jungen Menschen die Möglichkeit zu einem selbst bestimmten Leben öffnen. Dafür sei die Chancengleichheit in der Bildung eine wesentliche Grundvoraussetzung. Auf der Sitzung des Quartierrates Blumenthal im November 2025 hatte die Quartiersmanagerin Carola Schulz mitgeteilt, dass sich ein besonderer Bedarf von gut ausgebildetem Personal in den Bildungseinrichtungen in Blumenthal abzeichne. Dazu zähle auch eine bessere Ausstattung einzelner Einrichtungen. Daher entschloss sich Marc Pörtner dazu, einen Forderungskatalog aufzustellen, um gegenüber dem Beirat eine gebotene Dringlichkeit zu unterstreichen. Demnach sollten unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, „für den Stadtteil Blumenthal zeitnah ausreichend Erzieher, Lehrer, Sonderpädagogen, Schulsozialarbeiter und Heilerziehungspfleger bereitzustellen. Zugleich beinhaltete das Schreiben die Forderung, für eine Sicherstellung einer regelmäßigen Überprüfung der deutschen Sprachkenntnisse aller Kinder ab dem Alter von viereinhalb Jahren sowie einer fortlaufend begleitenden Förderung der Sprachkompetenz“ Sorge zu tragen. Beim Eintritt in die Schule müssten ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sein. Inzwischen sei im Stadtteil Blumenthal die Zahl der Kinder und Jugendlichen stark gestiegen. 

   Für die Schulen und ihre sozialpädagogischen Fachkräften sei das mit zusätzlichen Anforderungen verbunden. Die Chancen auf gleichwertige Bildung im Vergleich zu anderen Stadtteilen würde sich „dramatisch verschlechtern“, so die Feststellung von Marc Pörtner. Die bestehende Quote der besetzten Stellen würde bereits seit Jahren nicht ausreichen und zu Ungleichheiten führen. So bestünden erhebliche Unterschiede im Stadtteilvergleich. Während Hans-Gerd Thormeier (CDU) den Antrag lobte, sprach sich sein Parteikollege Holger Jahn dafür aus, ihn auf den Weg zu bringen. Für Thomas Bergmann (CDU) dürfe es keine Aufschiebung mehr geben, es sei eine Dringlichkeit vorhanden. Stephan Wegner, Schulleiter der Oberschule In den Sandwehen, verwies auf sein Bemühen, einen Gesprächstermin mit dem neuen Senator für Bildung zu bekommen. „Wir wollen auf einer Sachebene diskutieren“, so sein Anliegen. Inhaltlich sei der vorliegende Antrag in Ordnung. Nur er müsse von den beteiligten Schulen und Parteien gemeinsam getragen und verabschiedet werden. Abschließend plädierte Christian Milpacher (SPD) für eine Vertagung des Antrages. Dieser Vorschlag wurde einstimmig vom Beirat angenommen.


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