Fahrlässige Gewässerverunreinigung
Ein unschöner Ölfilm kontaminiert das Gewässer.Foto: Günter Schroeter
Artikel vom: 09.03.2026
Von Regina Drieling
Blumenthal – BLV-Leser Günter Schroeter war kürzlich spazieren. Und zwar in den Wäldern rund um den Burgwall. Vor einigen Tagen machte der Vegesacker dann allerdings eine wenig schöne Entdeckung. „Das Wasser der Beeke unter der Brücke schimmerte blau-violett und stank fürchterlich nach Diesel“, berichtet Günter Schroeter.
Blumenthals Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich erklärte, von einem Bürger darüber informiert worden zu sein. Jemand habe diesbezüglich einen Notruf abgesetzt und hansewasser sowie die Feuerwehr seien aktiv geworden.
Auch in der Behörde weiß man um das Problem. „Der Vorfall ist im Ressort der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft bekannt“, teilte Ina Schulze mit.
Die Sprecherin von Senatorin Henrike Müller erklärte, Ursache der Verunreinigung sei ein defekter Heizöltank beziehungsweise eine beschädigte Leitung gewesen. Das ausgetretene Heizöl sei über den Regenwasserkanal in die Beckedorfer Beeke gelangt.
„Unmittelbar nach Bekanntwerden wurden Gewässersperren in Form von Ölschlängeln ausgebracht, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, berichtete sie am vergangenen Dienstag. „Diese verbleiben voraussichtlich noch mindestens eine Woche im Gewässer. Die Dauer ist unter anderem abhängig von der weiteren Entwicklung der Lage sowie von den Witterungsbedingungen.“ Zusätzlich habe die Feuerwehr Absorptionstücher ausgebracht, die das Öl aufgenommen haben. Diese seien inzwischen vollgesogen und werden ordnungsgemäß entsorgt.
„Der betroffene Regenwasserkanal wurde gespült, zudem wurde die Schadensquelle abgesperrt, um einen weiteren Austritt zu verhindern“, so Ina Schulze.
Beim BUND Bremen befürchtet man Folgen für die Umwelt und die Tiere. „Grundsätzlich ist Heizöl schädlich für Tiere. Denn Heizöl beinhaltet Schadstoffe wie zum Beispiel Schwefel und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die bei Tieren zu akuten Vergiftungen bis zu langfristigen Schäden an Organen oder gar zum Tod führen können – je nach Ölmenge“, berichtet Sprecher Bernd Quellmalz.
„Das betrifft neben den Fischen auch das so genannte Makrozoobenthos, also die Organismen am Gewässergrund, wie Insektenlarven, Schnecken, Würmer und Muscheln.“ Es sei unbedingt erforderlich, dass die Quelle des Heizöls schnell ausfindig gemacht und das Einlaufen in die Beeke umgehend gestoppt würde.
„Ich hoffe, dass die Situation schnellstmöglich behoben wird und es keine gravierenden Folgen gibt“, erklärte Oliver Fröhlich. Der Verursacher des Schadens sei bekannt, berichtete der Stadtteilchef weiter.
Dieser dürfte nicht nur die Rechnung für die Einsätze erhalten, sondern er hat sich auch wegen des Straftatbestands „fahrlässige Gewässerverunreinigung“ zu verantworten.
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