Irritation wegen Juryentscheidung
Die Visualisierung des Entwurfs zur Neugestaltung der Bahrsplate. Foto: Planorama / Rendercircle
Artikel vom: 12.01.2026
Rönnebeck – (rdr) Kürzlich erreichte uns eine Pressemitteilung der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung (SBMS). Darin hieß es, eine Jury habe die Rangfolge der Entwürfe für die Bahrsplate festgelegt. Dabei ging es um die Rangfolge der im Rahmen der Mehrfachbeauftragung eingereichten Entwürfe für die Neugestaltung der Bahrsplate und der Rönnebecker Hafenspitze.
Das löste bei mehreren Blumenthalern einigermaßen Irritationen aus. Die wussten zwar um die geplante Umgestaltung, nicht aber von einer Jury, die über entsprechenden Entwürfe zu bestimmen hatte. Auch wer zur Jury gehörte, konnte man der Pressemitteilung nicht konkret entnehmen.
Auf unsere Nachfrage hin blieb man in der senatorischen Dienststelle ebenfalls eher verschlossen. Zwei Landschaftsarchitekten aus Bremen und Berlin, eine Vertreterin der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft (SUKW) und zwei Vertreter der SBMS, sowie der Leiter des Ortsamtes Blumenthal – namentlich Oliver Fröhlich – seien das gewesen, teilte der Sprecher der Bausenatorin, Aygün Kilincsoy, mit. Ausgewählt worden wären die Mitglieder des Gremiums – wenig überraschend – von SUKW und SBMS. Den ersten Rang belegte nach der Entscheidung der Jury der Entwurf des Büros Planorama aus Berlin. Gewürdigt wurde dabei insbesonde der ganzheitliche Ansatz, mit dem die Bahrsplate und die Rönnebecker Hafenspitze zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengeführt würden. Auch die Berücksichtigung von Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung, Barrierefreiheit sowie ökologischen Aspekten habe das Gremium überzeugt.
Zur Begründung hieß es, die Bahrsplate werde stark genutzt und habe eine große Bedeutung für die Bewohner im Quartier. Ziel des Verfahrens sei die Entwicklung eines zeitgemäßen Freiraumkonzepts, das die Aufenthaltsqualität deutlich steigere, neue Freizeitmöglichkeiten schaffe und den Anforderungen des Klimawandels Rechnung trage. Darüber hinaus sollen Biodiversität gefördert, Barrieren abgebaut und die Grünflächen besser an das umliegende Quartier, das Versorgungszentrum im Bereich Müllerloch sowie das Kämmerei-Quartier angebunden werden. Auch würden Aspekte des Hochwasserschutzes eine zentrale Rolle spielen.
Dass die KZ-Gedenkstätte „Rosen für die Opfer“ auf der Bahrsplate in der Pressemitteilung nicht auftaucht, bedeutet laut Aygün Kilincsoy nicht, dass sie nicht in das Konzept eingebunden wird. „Die Gedenkstätte wird weiterhin Bestandteil der öffentlichen Grünfläche bleiben. Das vorliegende Konzept sieht den Erhalt am jetzigen Standort vor; vertiefende Planungen erfolgen in dem jetzt beginnenden Freiräumlichen Entwurf“, teilte der Sprecher der senatorischen Behörde weiter mit. „Die Zentrale für politische Bildung ist von Beginn an eingebunden und wird auch das weitere Verfahren begleiten.“ Auch die Akteure im Stadtteil sollen sich noch an den Planungen beteiligen können. Diese Beteiligung sei für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Wesentliche Wünsche und Forderungen seien jedoch schon im April 2025 vorgetragen worden und in die Aufgabenstellung zur Konzepterstellung eingeflossen. Über die im Verfahren entwickelten Konzepte werde der Blumenthaler Beirat in seiner Sitzung am 10. Februar informiert.
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