Die Faszination der Äpfel

Pomologen haben sich dem Erhalt alter Sorten verschrieben

Bernhard Hauke beim Schneiden des Jahrestriebes, also eines Reisers.Foto: FR

Artikel vom: 29.01.2023

Bremen-Nord – (RDR) „Nach zweijähriger Corona-Pause haben es alle, die in die Ökologiestation nach Bremen-Nord gekommen sind, genossen, endlich einmal wieder unseren Reisertausch durchzuführen“, berichtet Dr. Bernhard Hauke, der dem deutschen Pomologenverein angehört.  Der Nordbremer und seine Mitstreiter haben sich dem Erhalt alter, regionaler Apfel-

sorten verschrieben. Der „Reisertausch“ beschreibt dabei eine Kulturtechnik der Früchteveredelung, die die Pomologen im Winter anwenden. Ein Edelreis ist ein wenige Zentimeter langes Teilstück eines Jahrestriebs, beispielsweise von einer Apfelsorte. Bei diesem Verfahren entstehen keine neuen Arten. „Bei der Veredelung verwachsen Gewebszellen der Edelreiser von ausgewählten Mutterpflanzen mit den Unterlagen. „Unterlagen können Pflanzen oder Wurzeln sein, die die Edelreiser nach dem Verwachsen ernähren können“, erklärt Bernhard Hauke. Beim Treffen an der Ökologiestation wurden um die 70 Apfelsorten veredelt. Diese reichten von „Alkmene“ über „Ostfriesischer Herbstkalvill“ bis zum „Wildeshauser Renette“. „Ich habe mal die Sorte ‚Roter Mond‘ in Bremen-Nord entdeckt“, berichtet der Nordbremer von einer Apfelrarität. Der Anbau des „Roten Mondes“ soll von den Nazis aufgrund der Assoziation zu Russland während des Zweiten Weltkriegs verboten gewesen sein. Nur aufgrund der rechtzeitigen Entnahme von Edelreisern soll diese rotfleischige Apfelsorte für die Nachwelt erhalten geblieben sein. Bernhard Hauke ist begeisterter Pomologe. „Der Sinn besteht darin, alte, regionale Apfelsorten zu erhalten“, sagt er über die Faszination, die das Hobby auf ihn ausübt. Er selbst produziert seit Jahren selbst Apfelwein, den er dann privat verkosten lässt. „Dabei wird dann ein Apfelweinkönig gewählt“, erzählt er von den Treffen. Im Zusammenhang mit dem Verein finden weitere Veranstaltungen an der Ökologiestation statt. Zum Beispiel gibt es Apfeltage, und  es werden Sortenbestimmungen durchgeführt. Zu der Einrichtung gehört zudem unter anderem eine Obstwiese, wo rund 50 alte Apfelsorten zu finden sind. Weitere Informationen erteilt der Landessprecher Michael Ruhnau unter Telefon 04283/6102 und info@michael-ruhnau.com.


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