Bunte Begleiter und Mutmacher 

Schüler engagieren sich für junge Patienten in der Kinderklinik im Klinikum Bremen-Nord

Mareike Eckert leitet das Betreuungsangebot in der Villa Regenbogen der Kinderklinik im Klinikum Bremen-Nord und war ganz gerührt von den Geschenken. Die bunten Stoff-Oktopusse werden im August an die jungen Patienten als persönliche Trostspender oder Angstnehmer verschenkt, die Mutmachgeschichten bleiben dem Krankenhaus dauerhaft erhalten.Foto: Kerstin Hase

Artikel vom: 09.08.2024

Bremen-Nord (RED) – Jedes der kleinen Tierchen leuchtet in einer anderen Farbe. Und schaut man genauer hin, er-kennt man sogar ganz unterschiedliche Gesichtsausdrücke. Das eine lächelt, ein anderes guckt fast schon erstaunt. Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufe des Gymnasiums an der Hamburger Straße haben viele Stunden gehäkelt, um diese niedlichen Wesen zu erschaffen. Die kuscheligen Stoff-Oktopusse kommen nun im Klinikum Bremen-Nord als bunte Begleiter zum Einsatz und werden an die Patientinnen und Patienten verschenkt. Gerade bei Babys können die Tentakeln zum Beispiel den Greifreflex fördern – oder die Oktopusse machen auch etwas größeren Kindern einfach Mut, nehmen Ängste oder dienen als Kuschelpartner.

Die Idee dazu hatte Johanna Kenkel aufgegriffen. Die Lehrerin war schon einmal an einer ähnlichen Aktion beteiligt und hatte die Idee nun in das Projekt „Schule mit Courage“ einfließen lassen. Bei diesem bundesweiten Projekt engagieren sich Schulklassen mit ganz verschiedenen Aktionen für Gemeinschaft, Umwelt oder gegen Rassismus. „Das Angebot mit den Oktopussen wurde direkt gut angenommen“, sagt Johanna Kenkel. In einem weiteren Projekt erstellten die Schülerinnen und Schüler zudem eigene Hörspiele. „Die einzigen Vorgaben waren, dass es sich nicht um eine Krankheitsgeschichte handeln und die Geschichte ein Happy End haben soll“, berichtet Johanna Kenkel. Die selbst erdachten Storys der Schülerinnen und Schüler wurden auf einer kleinen Figur, die man auf einer Hörspielbox abspielen kann, aufgenommen. „Es sind ganz tolle und unterschiedliche Geschichten über Freundschaft, Familie und vieles mehr entstanden: richtige Mutmachgeschichten“, erzählt Johanna Kenkel.

Die Hörspiel-Figur und auch die Stoff-Oktopusse sind mittlerweile im Klinikum Bremen-Nord angekommen. Genauer: bei Mareike Eckert, die dort das Betreuungsangebot für die jungen Patientinnen und Patienten leitet und in der Villa Regenbogen einen bunten Spiel- und Rückzug-sort bietet. 

„Wir haben uns riesig gefreut, als die Schule mit dieser Idee auf uns zugekommen ist. Und als wir die Ergebnisse gesehen haben, war die Freude noch größer“, sagt Mareike Eckert. Die Oktopusse passten perfekt in das Sommerthema der Kinderklinik: die Unterwasserwelt. „Ab August werden die Oktopusse dann an Patientinnen und Patienten verschenkt – als Trostgeber, Spielkamerad oder Mutmacher“, sagt Mareike Eckert. Die Hörspielgeschichten dagegen werden dem Krankenhaus noch weitaus länger erhalten bleiben. „Das ist ebenfalls ein echter Schatz und eine ganz tolle Idee. Wir sind schon ganz gespannt auf die Geschichten“, sagt Eckert. Denn welch bessere Abwechslung vom Krankenhausalltag kann es schon geben, als dass Kinder anderen Kindern selbstausgedachte Mutmachgeschichten erzählen?

In der Villa Regenbogen können sich Kinder während ihrer Zeit im Krankenhaus zurückziehen, etwas basteln oder spielen und auch mal austoben. In dem kunterbunten Raum gibt es mit Spieltisch, Schaukel, Kuschelecke und Hochebene alles, was sich Kinder zum Spielen wünschen. Und mit Mareike Eckert gibt es seit Herbst wieder eine hauptamtliche Leiterin. 

„Jeder Tag ist hier anders, und die Kinder kommen jeweils mit einer eigenen Geschichte“, sagt Mareike Eckert. Die Villa Regenbogen ist ein geschützter Raum, der den Kindern Abwechslung und einen Rückzugsort bietet. Mareike Eckert macht nicht nur Spiel- und Bastelangebote, sondern schaut auch individuell, was die Kinder neben der Krankheitsversorgung so brauchen. „Wir nehmen den Kinderschutz sehr ernst und haben einen Blick dafür, ob es neben der eigentlichen Erkrankung auch noch andere Dinge gibt, die Beachtung finden sollten“, sagt Mareike Eckert.


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