Brötchentaste weg: „massiver Schaden“

Gebührenerhöhung und kein kostenloses Kurzzeitparken mehr 

An dieser Stelle wurde 2004 die erste Brötchentaste in Bremen-Nord vom damaligen Verkehrssenator Jens Eckhoff eingeweiht.Foto: RDR

Artikel vom: 23.04.2023

Bremen-Nord – (RDR) Im Jahr 2004 startete das Pilotprojekt „Brötchentaste“. Dabei konnten Autofahrer an bestimmten Automaten einen Parkschein lösen, und mit diesem 20 Minuten lang kostenlos parken. Also etwa jene Zeit, die es benötigt, um mal eben beim Bäcker ein paar Brötchen zu kaufen oder eine andere schnelle Besorgung zu machen. In Vegesack war es  der damalige Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Jens Eckhoff, der die erste Brötchentaste in der Gerhard-Rohlfs-Straße feierlich einweihte. Ursprünglich gab es zwei Brötchentasten in Bremen-Nord und zwei weitere in der Stadt. Weil der Modellversuch so gut ankam, wurde er ein Jahr später um acht weitere Straßen erweitert.

Damit ist nun Schluss. Die Baudeputation hat kürzlich eine Erhöhung der Parkgebühren beschlossen. An den neuen Automaten fehlt nun die Brötchentaste, was von vielen Seiten kritisiert wird. 

Der Vegesacker Heiko Jacobi hatte sich am Montag in der Beiratssitzung dazu geäußert. Er forderte den Beirat im Namen von Bürgern, Geschäftsleuten und Wochenmarktbeschickern auf, sich für die Reaktivierung der Brötchentaste einzusetzen. Unterstützung erhielt Heiko Jacobi von Jörn Gieschen. Der Geschäftsführer des Vegesack Marketing sprach von einem „massiven Schaden“, der den Kaufleuten durch den Wegfall des kostenlosen Kurzzeitparkens entstehe. Diesbezüglich sei er im Gespräch mit der Handelskammer. Diese kritisiert den Wegfall der Brötchentaste scharf. 

Mit dem kostenlosen Kurzzeitparken, so die Vertreter der Handelskammer, werde den Unternehmen in den Stadtteilen eine der Möglichkeiten genommen, sich in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld zu behaupten. In den betroffenen Bereichen komme es vermehrt zu Kundenbeschwerden. 

Dass es durch die Brötchentaste zu zusätzlichen Autoverkehren kommen könnte, schließen die Verantwortlichen der Handelskammer aus. Niemand nutze das Auto nur, weil kostenloses Parken für 20 Minuten in einer Einkaufsstraße angeboten wird. 


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