Appell gegen Demokratiefeindlichkeit

Heimatverein Lesum begrüßte das neue Jahr mit einem Empfang im frisch renovierten Haus

Zur feierlichen Wiedereröffnung des Heimathauses Lesum begrüßte Volker Bulling (rechts), Vorsitzender des Heimatvereins, Antje Grotheer, Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft. Links im Bild Ortsamtsleiter Florian Boehlke. Foto: th

Artikel vom: 31.01.2025

Lesum (th) – Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen wurde der traditionelle Neujahrsempfang im Heimathaus Lesum zu einem deutlichen Appell gegen Hass und Hetze. „Ich finde es nicht gut, eine Partei zu wählen, die wenig Demokratieverständnis besitzt.“ Antje Grotheer, Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft, fand deutliche Worte, sich gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen zu wenden. „Nach der Wahl müssen alle demokratischen Parteien in der Lage sein, zusammenzuarbeiten.“

Doch an diesem Tag überwog im Heimathaus viel Freude. Nach sechsmonatiger Umbauphase konnte der Heimat- und Verschönerungsverein sein Domizil feierlich wiedereröffnen. Vieles sei passiert, so Vorsitzender Volker Bulling. Bevor die Handwerker anrückten, musste alles eingepackt und ausgeräumt werden. Um einzelne Veranstaltungen und Vorstandarbeiten weiterzuführen, stellten Sparkasse, Stadtbibliothek und Dienstleistungszentrum Räumlichkeiten zur Verfügung. 

Umfangreich habe sich das Vorhaben entwickelt. Die jeweiligen Arbeitsschritte wurden in einer wöchentlich stattfindenden Baustellenbesprechung abgestimmt. So musste die Fassade komplett erneuert werden, das Dach neu gedeckt, der Anbau und Balkon zurückgebaut und sämtliche Fenster erneuert werden. Renovierungsarbeiten erfolgten auch im Inneren. Ferner wurden neue Stühle und Tische angeschafft.

„Wir sind sehr froh über das Ergebnis“, dankte Bulling allen Beteiligten und vielen helfenden Händen. Dabei schloss er Globalmittel des Beirates mit ein und eine großzügige Einzelspende

 Für Antje Grotheer war es ein echtes Heimspiel, nach Lesum zu kommen. Aufgewachsen in Marßel und mit Abitur an der Alwin-Lonke-Straße sei sie gerne zur Wiedereröffnung gekommen. „Sie brauchen sich keine Sorge machen über die künftige Arbeit, angesichts der zahlreichen Mitwirkenden.“ Die ehrenamtlich geleistete Arbeit sei von großer Bedeutung. In den Vereinen können interessierte Menschen zusammentreffen. Zuvor müsse ihnen die Angst vor der Schwelle genommen werden.

Die Präsidentin will künftig die Grundschulen aufsuchen, um Kinder neugierig zu machen für die laufende Arbeit in der Bürgerschaft. „Wenn man die Kinder begeistert, erreicht man auch die Eltern“, so ihre Feststellung. In den Vereinen lernen Menschen, sich mit ihrer Meinung nicht immer durchsetzen zu können. Das Aushalten einer anderen Meinung sei wichtig und nötige Kompromisse zu finden. Am Ende müsse man sich einigen. Das lernen die Kinder. Das sei für ihr späteres Leben wichtig.

Ortsamtsleiter Florian Boehlke lobte die geleistete Arbeit, so dass das Haus einen neuen Glanz erhalten habe. Das wäre nur durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder möglich gewesen. „Hoffentlich geht es auch mit dem ehemaligen Orts-amt weiter“, so Boehlke und richtete seinen Fokus auf die anstehenden größeren Projekte. 

Eine Dauerbaustelle bilde die Schullandschaft. Er sprach sich für den Verbleib der Polizei im alten Gebäude aus, selbst wenn nicht alle Räumlichkeiten benötigt werden. Mehr Grün und damit eine bessere Aufenthaltsqualität werde der Helsingborger Platz bekommen. Es wäre wünschenswert, wenn der ehemalige Baumarkt an der Stader Landstraße, eventuell durch Wohnbebauung, eine neue Verwendung findet. Vielversprechend verlaufe die Entwicklung auf dem Friedehorst-Gelände. In den nächsten fünf bis sechs Jahren werde dort ein neues Quartier entstehen.

Noch in diesem Jahr werde der sanierte Autobahnabschnitt fertig gestellt sein, zeigte sich Boehlke zuversichtlich. Er freue sich auf die Burglesumer Kulturtage und Dixielandtage. Am 14. September finden die Lesumer Blaulichttage Einzug, wo sich Hilfs- und Einsatzkräfte präsentieren können. Einen deutlichen Appell richtete der Ortsamtsleiter gegen Hass und Hetze. Es sei an der Zeit, ein deutliches Zeichen für die Demokratie zu setzen, so dass Rechtspopulisten und Euro-Skeptiker bei der anstehenden Bundestagswahl nicht gewinnen können. Stellvertretend für die Kirchengemeinde St. Martini lobte Annelie Adam die gute bestehende, nachbarschaftliche Zusammenarbeit.


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