Öffentlichkeitsbeteiligung des Bauamts

Auf dem Goldbergplatz fand eine Sammlung von Gestaltungsideen statt

Schon an der Zahl der angehefteten Vorschläge lässt sich das Interesse der Anwohner ablesen.                  Foto: nik

Artikel vom: 17.09.2024

Burgdamm (NIK) – Das Bauamt Bremen-Nord hat die Planungsagentur Proloco mit der Durchführung einer Ideensammlung für eine Umgestaltung des Goldbergplatzes an der Bremerhavener Heerstraße beauftragt. Um die Beteiligung der Anwohner bei der Festlegung der Planungsziele zu ermöglichen, fand in der vergangenen Woche ein öffentlicher Termin statt, bei dem mehrere Stellwände mit Ideen und Meinungen bestückt werden konnten. 

Als Diskussionsgrundlage und Denkanstoß dienten dabei sechs verschiedene Visualisierungen, die bereits in der Beiratssitzung zum Thema zu sehen waren. Proloco wird die Resultate nun auswerten und dem Beirat Burglesum zur weiteren Beratung vorlegen. Eindeutige Resonanz rief die Variante „Teilbebauung“ hervor, mit der sich scheinbar niemand anfreunden konnte. Unkompliziert umsetzbar wären einfache Forderungen, etwa nach mehr Müllbehältern. Ein öffentliches Büchertauschregal oder eines für Foodsharing würde sich in erster Linie auf freiwilliges Engagement stützen. Die Idee, den Platz für städtisches Gärtnern zu nutzen, fand ein positives Echo: „Das ist wirklich schön“. Dabei wurde aber zu bedenken gegeben, das müsse dann „Vandalismus-sicher“ sein. Zur Grünpflege regte jemand an, freiwillige „Hau-Ruck-Aktionen am Wochenende“ zu organisieren.

Der Musiker Peter Schenk steuerte die Idee bei, an Sonntagen kleine Konzerte auf dem Platz zu veranstalten. Es müsse etwas Regelmäßiges sein, von dem die Leute wissen, dass es stattfindet. Besondere Mühe schien hinter einem detaillierten architektonischen Entwurf zu stecken. Hier sollen abgestufte Sitzecken, sogenannte „Corner Blocks“ den Platz einrahmen.  Die Schaffung eines Treffpunkts für Jugendliche wurde wenig überraschend mit der Forderung „Freies WLAN“ verknüpft.

Die Stromversorgung für die Weihnachtsbeleuchtung bleibt ein wiederkehrendes Anliegen. Linda Velte vom Bauamt zeigte sich zudem dankbar für die Impulse, die von der Interessengruppe Goldbergplatz bereits mit der Ideenmelder-Aktion im August zusammengetragen wurden. Mit Blick auf die Bremerhavener Heerstraße wurden „Sicherheit, Sauberkeit, Falschparker“ angemahnt. Bettina und Martin Hornhues von der CDU sprachen sich in diesem Zusammenhang auch für eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs aus.

Eine ältere Anwohnerin schreibt, sie freue sich immer, aus ihrem Fenster auf den schönsten Platz blicken zu können. „Noch nie bin ich auf dem Pflaster umgeknickt“, hebt sie hervor. Eine ebenfalls ältere Dame gab zu Protokoll, sie habe „richtig Herzklopfen gekriegt, als ich gelesen habe, dass der Platz wegsoll.“ Das war zwar so nicht gemeint, zeigt aber doch, wie unterschiedlich es aufgenommen werden kann.

Hinsichtlich des Gedenkorts wurde bemängelt, dass die Tafel zu unauffällig sei und es an einer Erklärung fehle, wer Adolph und Martha Goldberg waren. „Erinnern an den Gummibahnhof“ ist ebenfalls ein Gedanke, der die Historie des Ortes in den Vordergrund stellt. So wurde ein Bezug zur alten Neonreklame hergestellt: „Es wäre schon viel wert, wenn der Schriftzug ‚Zum Gummibahnhof‘ wieder leuchten könnte.“

Bauamtsleiter René Kotte erläuterte, warum ein Budget für die Gestaltung bisher nicht näher umrissen werden kann. Je nach Planungsrichtung seien nämlich unterschiedliche Behörden zuständig: Bei einer Grünanlage wäre das der Umweltbetrieb, bei der Pflasterung das Amt für Straßen und Verkehr, für einen Gedenkort wäre der Kultursenator verantwortlich. 


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