„Ja, das ist meine Gemeinde...“

Pastorin Sprenger berichtet über ihre Arbeit in St. Martini Lesum / Verabschiedung am 7. April

Pastorin Christine Sprenger vor ihrer alten Wirkungsstätte. Foto: AS

Artikel vom: 25.03.2024

Burglesum (AS) – „Keinem von uns ist Gott fern“, Apostelgeschichte 17, 27b: Unter diesem Motto wird am Sonntag, 7. April, 10 Uhr, in der Kirche St. Martini zu Bremen-Lesum die Pastorin Christine Sprenger verabschiedet. Dieses seien auch die Eingangsworte gewesen, als sie das Amt von Pastor Axel Höltermann übernahm.

Christine Sprenger, 47 Jahre, ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie wurde in Bochum geboren, hat dort, in Münster und Berlin studiert. 2003 kam sie nach Bremen und absolvierte ihr Vikariat. Das zweite Examen legte sie in Bremen ab und arbeitete im Dom und in der Friedensgemeinde. Seit dem 25. April 2010 war sie in St. Martini als Pastorin tätig. Burgdamm und Alt-Lesum waren ihre Pfarrbezirke, die inhaltlichen Schwerpunkte die Kita, die Familiengottesdienste, die Seniorenarbeit und der Weltladen.

In ihrer Zeit als Kirchenvorstandsvorsitzende war der Vandalismusvorfall 2017 gewesen (wir berichteten) „Es war schrecklich, hat aber gleichzeitig eine Welle der Solidarität für uns als Gemeinde und die Kirche als Raum ausgelöst. Die Lesumerinnen und Lesumer haben das persönlich genommen, weil es ihre Kirche ist.“ Und so seien der geplante Reformationsgottesdienst einige Tage später sowie das Konzert, die trotz des Vorfalls organisiert wurden und gut besucht gewesen seien, ein sehr emotionales Ereignis gewesen.

Als ergreifend habe sie auch den Ostergottesdienst 2020, während des Corona-Lockdowns, in Erinnerung. Viele seien damals in der Kirche gewesen. Ein Gottesdienst konnte jedoch nicht stattfinden, aber sie habe den Eindruck gehabt, dass die Menschen auf etwas warteten. So sei sie aufgestanden und habe das „Vater unser“ gesprochen.

Bewegt hätten sie auch die Bitte eines jungen Mannes, den sie bereits aus der Krippenzeit ihrer Tochter kannte, ihn zu taufen, oder die Friedensandachten für die Ukraine.

„Wichtig war mir: ‚Ja, das ist meine Gemeinde, da gehöre ich hin.‘ Dass jeder kommen konnte, wie er ist, und seinen Platz hier gefunden hat.“ Dass auch sie hier willkommen gewesen sei, „mit dem, was ich bin, kann und möchte“ habe sie sehr geschätzt, wie auch die Verbindung mit den Menschen und Gemeindemitgliedern.

Gänsehautmomente seien die gewesen, in denen Täuflinge ihre Taufe verschlafen hätten; anrührend die Andacht am Totenbett. „Ich habe es als Privileg empfunden, dass die Menschen mich in ihr Leben lassen.“ Gern wäre Christine Sprenger mit einer Viertelstelle noch in der Gemeinde geblieben. Doch die Entscheidung, sich beim Diako zu bewerben, sei richtig gewesen. „Die Menschen, denen ich da begegne, sind in lebensbedrohlichen Situationen oder am Lebensende“, bar ihrer Gesundheit. Sie gehe mit Demut und Dank nach Hause „für das, was man hat und manchmal nicht wertschätzt.“

Seit dem 1. Februar ist sie im Diako. „Das ist eine sehr erdende Arbeit“, sagt Christine Sprenger. Anders zu ihrer bisherigen Arbeit sei, dass bei den Gesprächen die Religion oder der Glaube an Gott nicht zähle. Es komme auf die Begegnung in diesem Moment an und wie sie helfen könne. Zuständig sei sie für die Stationen Urologie, Gynäkologie und HNO, zudem halte sie Gottesdienste in der Emmaus-Kirche, die sich auf dem Gelände befindet. Eine Lesumerin habe ihr gesagt: „Es ist eine Erleichterung für mich, dass Sie im Diako sind. Wenn ich mal ins Krankenhaus muss, sind Sie schon da.“

Ihre Wertschätzung gelte den Ehrenamtlichen, die sich in der Gemeinde einbringen, ihr Dank ihren Kollegen. Dem Kirchenvorstand wünsche sie einen guten Zusammenhalt und Mut, Entscheidungen zu treffen, die zu treffen sine. Sich selbst wünsche sie, dass die Lesumer Gemeinde ein Ort für Familie und Kinder bleibe.

„Vertrauen habe ich in allen Begegnungen gepürt. Es war eine schöne, herausfordernde Arbeit“, jedoch sei sie auch an ihre Grenzen gekommen. Am Sonntag, 7. April, 10 Uhr, wird Christine Sprenger in St. Martin Lesum im Gottesdienst verabschiedet. „Keinem von uns ist Gott fern“: „Es ist meine Aufgabe, das den Menschen in Erinnerung zu rufen.“


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