Aus Verzweiflung demonstrieren

Spaziergängerin berichtet aus ihrer Sicht von den Montagabenden

Unter den Spaziergängern seien viele Pflegekräfte, die sich vor einer Impfung mit den derzeitigen Mitteln fürchten. FOTO: FR

Artikel vom: 03.03.2022

Region – (NAD) Lisa Becker (Name von der Redaktion geändert)  war nie politisch aktiv. Bis zum Dezember des vergangenen Jahres war sie in ihren 55 Lebensjahren nie bei einer Demonstration dabei gewesen. Der aktuellen Situation geschuldet sei sie dann aber auf die Straßen gegangen, „aus lauter Verzweiflung vor der drohenden Impfpflicht“, wie sie berichtet. Es seien vorallem Ängste, die sie und andere Mitstreiter antreiben. Die Partei, die sie im September gewählt hat, würde sie nie wieder wählen.
Es wurde viel über die Spaziergänger, die jeden Montag auf die Straße gehen, berichtet. Doch die Schilderungen seien nicht so, wie Lisa Becker die Abende wahrnimmt. „Dass die Spaziergänger ausländerfeindlich und antisemitisch eingestellt sind,, ist einfach nur lächerlich. Unter den Spaziergängern finden sich sehr viele polnische Pflegekräfte und Krankenschwestern, die große Angst um ihre Existenzen und Leben haben, wenn sie sich nicht bis zum 15. März ge-,spikt‘ lassen haben“, erzählt sie. Ihre Sorgen: Die Impfung könnte ihr Leben zunichte machen, und dann wäre niemand mehr da, der sich um die pflegebedürftigen Menschen kümmert.
Die Spaziergänge würden sich  gegen den drohenden Impfzwang und für eine freie Demokratie und Meinungsfreiheit einsetzen, berichtet Lisa Becker. Sie selbst ist chronisch krank und fürchtet die „Gen-Behandlung“ deshalb. Gegen „echte Impfstoffe“, wie sie betont, habe sie nichts. Die Versammlungen helfen ihr, „diesen von der Regierung ausgehenden Irrsinn so gut wie möglich seelisch zu überstehen“. Sie könne sich dort mit Leidensgenossen austauschen. Sie lädt Interessierte ein, sich die Spaziergänge einmal anzuschauen. In ihren Augen seien die Gegendemonstranten das Problem, denn diese würden provozieren. Sie würde ihre Abende lieber wesentlich netter gestalten, nutze aber ihr Recht auf freie Meinungsäußerung. Wenn sie allerdings sehe, wie Beiträge in den sozialen Medien gelöscht werden, frage sie sich, ob sie dieses wirklich hat.


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