Energiemanagement erhält Stärkung

Ratssitzung in Ritterhude: Künftig kommt ein „Sparfuchs“ und „Klimaretter“ zum Einsatz

Wie das Beispiel der Bürgersolaranlage auf dem Dach des Hammeforums zeigt, sollen für weitere Gebäude Sanierungsmaßnahmen erfolgen, um sie energetischer auszurichten. FOTO: FR

Artikel vom: 24.02.2022

Ritterhude – (TH) Ein professionell ausgerichtetes Energiemanagement bewirkt einen enormen Einsparungseffekt an Energiekosten. Das macht im Durchschnitt einen Bonus von mindestens 20 Prozent aus. Die Gemeinde Hambergen nimmt in diesem Vorhaben eine Vorreiterfunktion ein, weil dort das Konzept bereits zum Erfolg führte. Allein im Jahr 2019 musste die Gemeinde Ritterhude Strom- und Wärmekosten von fast 661000 Euro berappen. Schon eine 20prozentige Ersparnis könnte sich auf über 132000 Euro belaufen. Diese Zahlen legte Michael Keßler aus dem Bauamt dem Gemeinderat Ritterhude vor. Zusätzlich würden Weichen gestellt, das Klima nachhaltig mehr zu schützen und den CO2 Ausstoß zu verringern. 

Mit der Einstellung eines Energiemanagers wäre eine Förderung von 70 Prozent verbunden, über einen Zeitraum von drei Jahren verteilt. Der in der Gemeinde beschäftigte Klimaschutzmanager Hannes Többen würde wiederum einer künftigen versierten Fachkraft Unterstützung bieten. Das Tätigkeitsfeld ist durchaus interessant und umfangreich zugleich. Zunächst müssen kommunale Einsparziele formuliert und veröffentlicht werden. 

Ein neu aufgestelltes Energieteam, das sich aus dem Klimaschutzmanager, Sanierungs- und Gebäudefachleuten und Hausmeistern zusammensetzt, wird seine Arbeit aufnehmen. Dazu zählt die Erstellung einer Übersicht über die einzelnen Liegenschaften samt Bewertung des energetischen Zustandes sowie der Umfang der erforderlichen Investitionen und Beantragung von Fördermitteln. Damit verbunden wäre eine Optimierung des Anlagenbetriebes. Dazu gehören Heizung, Warm- und Kaltwasserversorgung, Lüftung, Strom. Ein aufgestellter Sanierungsfahrplan untersucht schwerpunktmäßig die Gebäudetechnik, den Zustand der Fenster und der Dämmung. In einem Controlling-Verfahren werden Standard-Energieberichte erstellt und Zwischenbilanzen erstellt und ausgewertet. 

Der in der Gemeinde tätige Klimaschutzmanager ist bislang für den Klimaschutz in der Gemeinde zuständig. Dabei reicht die Palette von Windenergie, Solartechnik bis zu Ladesäulen mit der Zielsetzung, Geld einzusparen und den Ausstoß von klimaschädigenden CO2 zu verringern. Mit der Einstellung eines Energiemanagers werden die gemeindeeigenen Gebäude näher unter die Lupe genommen, um sie energetischer auszurichten. Spontane Zustimmung erteilte Wolfgang Goltsche, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Wir begrüßen die Maßnahme außerordentlich. Das hätte schon früher kommen können“. Doch die Förderung gäbe es erst seit 2022, so Michael Keßler. 

Die Abstimmung des Gemeinderates ergab ein einstimmiges zustimmendes Votum, das der Ratsvorsitzende Hans-R. Gfrörer mit den Worten kommentierte, den bereits ökologisch und ökonomisch eingeschlagenen Weg weiterzugehen.


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