„Ich möchte für alle da sein“

Der Marketingleiter lebt seit 2018 in der Gemeinde. Er wünscht sich bei übergreifenden Themen eine stärkere Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden und Städten. FOTO: FR

Artikel vom: 16.08.2021

Ritterhude – (NAD) Timo Koschnick ist 1979 in Bremen geboren und hat an der Bördestraße sein Abitur gemacht. Danach absolvierte er in Münster eine Ausbildung zum Werbekaufmann und studierte Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Politik. Es zog ihn nach Bremen zurück und dort gründete er 2010 seine eigene Firma. 2018 führte er diese mit einer anderen zusammen und wechselte auf die Unternehmensseite. Heute ist er als Marketingleiter tätig. Er gehört der FDP seit 1997 an und war zuletzt Mitglied des Beirats Burglesum. 2018 zog er mit seiner Lebensgefährtin und Hündin nach Lesumstotel und engagierte sich dort in der Fraktion. Nun möchte er Bürgermeister der Gemeinde werden.

Das BLV: Warum haben Sie sich dazu entscheiden, als Bürgermeister zu kandidieren?

Timo Koschnick: In mir kribbelte es, wieder aktiv zu sein. Ich habe mir gedacht, wir brauchen noch eine Alternative auf den Bürgermeisterpos-ten. Wir haben drei weitere interessante Kandidaten, aber es geht auch anders.

Das BLV: Welches Potenzial steckt in Ritterhude?

Timo Koschnick: Man kann noch ganz viel entwickeln. Man müsste vernünftige Steuersätze hinbekommen.  Die Gewerbe- und Grundsteuersätze sind auf einem hohen Niveau. Wir müssen auch auf die umliegenden Kommunen achten, um wettbewerbsfähig zu sein. Ich sehe eine große Chance darin, Gewerbe anzulocken, das keinen großen Platz braucht, also beispielsweise viel Homeoffice macht. Als Speckgürtel müssen wir auch mit den umliegenden Orten zusammenarbeiten, beispielsweise Burglesum. Wir müssen Synergien nutzen.

Das BLV: Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Timo Koschnick: Als Bürgermeister ist man primär für alle da. Es geht darum, die Entscheidungen bestmöglich für den Bürger umzusetzen. Man muss Arbeitsaufträge annehmen und umsetzen. Das ist ganz wichtig für einen guten Bürgermeister. Ich bin parteipolitisch im Herzen, das ist mein persönlicher Antrieb. Aber das, was ich tue, tue ich unabhängig davon für alle. Weitere Themen sind Wirtschaftsförderung und Digitalisierung.

Das BLV: Haben Sie während Ihrer Zeit im Burglesumer Beirat einen Blick nach Ritterhude geworfen?

Timo Koschnick: Ja, das habe ich. Leider hat es nie gemeinsame politische Sitzungen gegeben oder einen gemeinsamen Ausschuss. Dabei gibt es viele Themen, für die man länderübergreifend zusammenarbeit kann, zum Beispiel beim Straßenbau. In Ritterhude fehlt es an ÖPNV-Anbindungen. Klar, das kos-tet Geld. Man muss das können und wollen. Wir müssen schauen, was wollen die Einwohner hier.

Das BLV: Gibt es Fehlentscheidungen, die in der Vergangenheit getätigt wurden?

Timo Koschnick: Ein Beispiel wäre der Eisenbahntunnel am Großen Geeren. Es ist die Entscheidung gefallen, dass dort eine Ampelanlage installiert wird. Das bedeutet natürlich hohe Kosten. Ich hätte erst mal verschiedene Möglichkeiten geprüft. Man hätte Geschwindigkeitsbegrenzer bauen können und dann geschaut, wie der Verkehr reagiert, wenn die Autofahrer  langsamer an die Straßenengung heranfahren. Durch die Ampel gibt es gerade morgens den ganzen Großen Geeren entlang einen Rückstau. Einige Fahrer umfahren diesen Bereich deshalb, wodurch sich der Verkehr verlagert. Wenn der Bürgermeister aus der stärksten Fraktion kommt, erhält er viel Unterstützung. Das ist, glaube ich, eine Gefahr, die sich einschleicht. Ein Bürgermeister aus einer kleineren Fraktion bringt Perspektiven. Es ist nicht verkehrt, wenn auch mal ab und zu jemand „aber“ sagt.

Das BLV: Wenn Sie Menschen, die Ritterhude noch nicht kennen, von der Gemeinde berichten, was ist das erste, was Sie erzählen?

Timo Koschnick: Liebenswert und charmant. Ritterhude hat ein tolles Rathaus. Die Gemeinde hat dörfliche Ecken, ein starkes Mittelzentrum und große Gewerbegebiete. 

Das BLV: Warum sollten die Bürger gerade Sie am 12. September wählen?

Timo Koschnick: Ich möchte ein Bürgermeister sein, der verbindet, moderiert und auch mal zwischen Bürger und Verwaltung  übersetzt. Ich möchte parteiübergreifend für alle da sein.

Das BLV: Danke für das Interview!


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