„Multikulti ist in die Hose gegangen“

Beirat: Integrationsausschuss soll wegen Blumenthaler Markt einberufen werden

Am gestrigen Dienstag war es ruhig auf dem Blumenthaler Marktplatz. Doch Anwohner und Besucher berichteten von Lärmbelästigung, Falschparken und Vermüllung. FOTO: AS

Artikel vom: 16.06.2021

Blumenthal – (AS) Es war der emotionalste Punkt auf der Tagesordnung des Blumenthaler Beirats: Unter „Wünsche und Anregungen“ aus dem Gremium beschrieb Kay Bienzeisler (SPD) die derzeitige Situation im Blumenthaler Zentrum. Er selbst als Anwohner erlebe auf dem Markt und den Straßen umzu Lärmbelästigung, Falschparken und Vermüllung. Anzeige hätte er auch schon gestellt. Er regte an, den Integrationsausschuss tagen zu lassen.
Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich bestätigte, dass auch er zu dem Thema oft angesprochen beziehungsweise angeschrieben werden würde. Er empfehle, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
Beiratsmitglied Andreas Bähr (Linke) beschrieb, dass er das Problem kenne, da sein Arbeitgeber in der Mühlenstraße sei. „Wir diskutieren über die Aufwertung des Blumenthaler Zentrums. Ich bin froh, wenn ich wieder weg bin“, erklärte er.
Holger Jahn (CDU) zeigte sich betroffen darüber, was Kay Bienzeisler berichtet hatte und stellte fest, dass das kein neues Problem sei. Er schlug vor, Menschen mit einzuladen, die die dort Wohnenden vertreten sollen. „Multikulti ist in die Hose gegangen.“
Marcus Pfeiff (SPD) empfahl einen Runden Tisch. Eine weitere Idee war, dass Innensenator Ulrich Mäurer das Quartier besucht. Nun soll der Integrationsausschuss beantragt werden. Oliver Fröhlich regte an, ihm Mitglieder der Gremien und Institutionen zu benennen, die bei diesem Treffen dabei sein sollen.
Eines der weiteren Themen war der Bürgerantrag von Gerd-Rolf Rosenberger, als Vertreter der Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg, einen Stolperstein in der Rekumer Straße 181 für Luise Otten (Röhrs) – als Opfer des Nationalsozialismus – zu verlegen und eine Straße nach ihr zu benennen. Dafür hatte er 202 Unterschriften gesammelt. Mehrere Beiratsmitglieder erkannten in der Sitzung das Engagement an. Bei einer Enthaltung stimmten später im Umlaufverfahren zehn dem Antrag zu, zwei lehnten ihn ab.


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