„Strandlust“ Vegesack rückte in den Fokus

Umfangreiche Vorschläge für ein neues gastliches Haus in Vegesack

Die „Strandlust“ Vegesack wird in absehbarer Zeit abgerissen werden. Im Verlauf einer Informationsveranstaltung wurde der Wunsch laut, dass auch künftig an dieser Stelle ein gastliches Haus mit gastronomischem Angebot entstehen soll.Foto: TH

Artikel vom: 25.01.2023

Vegesack – (TH) Am Montagabend wurde die lange Geschichte der „Strandlust“ aufgerollt. Schließlich blickt diese auf ein über 120-jähriges Bestehen zurück. In den letzten Jahrzehnten gewann das gastliche Haus zunehmend einen guten Namen für gehobene Gastronomie und festliche Veranstaltungen. Aufgrund seiner Größe bot der Saal besonders in den Wintermonaten beste Voraussetzungen für Feste, Jubiläen und Abschlussbälle, während Gesellschaftsräume sich gut für Seminare und Hauptversammlungen von Firmen, Vereinen und Verbänden eigneten. Der angegliederte Hotelbetrieb war zugleich eine gute Adresse für auswärtige Gäste. Aufgrund seiner optimalen Lage zur Weser stand der Biergarten mit dem Musikpavillon ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Zwischenzeitlich musste der Betrieb Insolvenz anmelden. Es kam nur zu einer zeitlich befristeten Wiedereröffnung. Fest steht, dass der Hotelbetrieb an den Vegesacker Hafen verlegt wird. Somit werden nicht nur die Lichter der „Strandlust“ ausgehen, sondern der Abriss rückt immer näher. Inzwischen liegt eine Machbarkeitsstudie vor, aus der hervorgeht, dass auf dem gesamten Areal Wohnungen sowie Gastro und Gewerbe entstehen werden.

Das Bauamt Bremen-Nord hatte eingeladen, um Bürgern die Gelegenheit zu geben, über ihre persönlichen Erinnerungen zu berichten, und was sie mit der „Strandlust“ verbindet. Über 100 Gäste waren der Einladung gefolgt. Viele von ihnen nutzten die Gelegenheit, ihre Ideen und Vorschläge für die Gestaltung der künftigen „Strandlust“ einzubringen.  Für die Moderation sorgte Heiko Dornstedt, Ortsamtsleiter von Vegesack, während René Kotte, Leiter des Bauamtes Bremen-Nord, gemeinsam mit Stadtplanerin Linda Velte, den Stand der Planungen vorstellte.

Auch Max Zeitz, der Investor, informierte: Für das gesamte Bauvorhaben, das aus mehreren Reihenhäusern bestehen wird, entfallen 80 Prozent der Gesamtfläche für Wohnen und jeweils zehn Prozent für Gastronomie und Gewerbe.

Bauweise nicht weiter existieren können, so dass ein Abriss erfolgen wird. Ein Teilnehmer des Treffens verwies auf ein 1600 Quadratmeter großes Areal, dass sich im Privatbesitz einer Eigentümergemeinschaft befinde und bislang als Parkplatz genutzt wurde. Einem Verkauf wäre noch nicht zugestimmt worden.

Im Verlauf des Abends wurden Kleingruppen gebildet, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, Vorschläge einzubringen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob eine „neue Strandlust für Vegesack“ denkbar sei und wie das Außengelände gestaltet werden könne. In vielen Punkten ähnelten sich die Vorschläge, wie es sich in der Auswertung herausstellte.

Fest steht, dass mehrheitlich eine neue „Strandlust“ gewünscht ist. Sie soll ein Treffpunkt für Jung und Alt werden und über ein größeres Raumangebot für Feiern verfügen.  Immer wieder wurde angeregt, dass eine gehobene Gastronomie, ausgerichtet auf Fischspezialitäten, Einzug halten soll. In einer weiteren Gruppe wurde mehr Wert auf zusätzliches Grün mit viel Sand zum Volleyballspielen gelegt. Auch ein Strandabschnitt wurde vorgeschlagen. Immer wieder wurde an das Türmchen erinnert, das man sich für das künftige Gebäude wünsche, um auf diese Weise die alte Historie aufleben zu lassen. Ohnehin sei man an einer anspruchsvolleren Architektur, versehen mit einer maritimen Note, interessiert, so dass kein „Betonbunker“ entstehe. Es müsse mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden. Für die kleinen Gäste wäre ein Kinderspielplatz angebracht. Der gesamte Außenbereich solle lebendiger gestaltet werden, war sich eine weitere Gruppe einig. Hier müsse der schönste Biergarten entstehen, ein Ort, wo man wieder ausgelassen feiern kann. Ein Gesellschaftssaal solle mindestens 200 Personen aufnehmen können. Die neue „Strandlust“ müsse mit einem schicken Ambiente auch junge Leute ansprechen. Auf diese Weise soll etwas Einzigartiges entstehen, sozusagen ein Wahrzeichen für Bremen-Nord. Die Vorschläge werden in Form einer Dokumentation den Architekten vorgelegt, damit sie ein lebendiges Bild erhalten, welche Bedeutung das Haus bislang in vielen Kreisen der Bevölkerung eingenommen hat.

Abschließend bedankte sich Heiko Dornstedt für die engagierte Teilnahme und bezeichnete den Abend als sehr wertvoll. Das träfe auch für die Planer und Eigentümer zu. Alle vier Gruppen hätten Impulse gesetzt. Dennoch sei das Verfahren bis zur Umsetzung ein schwieriger Spagat. Unter der Federführung des Bauamtes Bremen-Nord werden Beirat und Öffentlichkeit miteinbezogen sein.Beirat und Öffentlichkeit miteinbezogen sein.


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