Klagen über Spritzen und Fäkalien
Astrid Brich auf dem Weg ins Stadthaus, wo sie Ortsamtsleiter Gunnar Sgolik eine Unterschriftenliste übergeben will. Foto: rdr
Artikel vom: 28.09.2026
Vegesack – (rdr) Eine Einbruchsserie erschüttert die Ortsteile Fähr-Lobbendorf und Vegesack. Aus diesem Anlass haben sich Betroffene zur Initiative „Sicher leben in Vegesack und umzu“ zusammengetan.
Insgesamt 52 Telefonnummern umfasst die WhatsApp-Gruppe, in der sich die Anwohnerinnen und Anwohner gegenseitig informieren und warnen. Viele von ihnen möchten nicht namentlich genannt werden. Nicht so Astrid Brich. Sie berichtet allein von sechs Einbrüchen und versuchten Einbrüchen in Gartenhäuser vom 1. auf den 2. August sowie von 14 Taten an einem Geschäftshaus. Hinter den Einbrüchen vermutet sie hauptsächlich Mitglieder aus der hiesigen Drogenszene. Täter würden teilweise – auch durch Videoüberwachung – identifiziert und von der Polizei wieder laufengelassen. Es sie ihr mitgeteilt worden, dass es erst ab dem zehnen Einbruch zu Festnahmen kommen könnte, weil es sich um Kleinkriminelle handeln würde. Astrid Brich berichtet weiter von Anwohnern, die direkt am Szenetreff wohnend, ihren Garten nicht mehr benutzen können. „Da wird geschossen, und es fliegen Spritzen und Fäkalien über den Zaun.“
Eine andere Betroffene berichtet von einem Fall, bei dem ein Täter über die Regenrinne und ein auf Kipp stehendes Fenster ins Haus eingedrungen sei und die Bewohner bedroht habe. „Wir wollen einen Runden Tisch mit allen Betroffenen“, sagt die Frau, die sich mit der Situation überfordert fühlt. „Die Polizei kann es allein nicht richten.“ Sie fordert von der Politik mehr Mittel für Sozialarbeit und Angebote für die Suchtkranken. „Es muss etwas passieren!“, findet auch Astrid Brich. „Ich gebe nicht auf.“ Gegebenenfalls würde sie sogar Demonstrationen organisieren oder eine Bürgerwehr gründen. Auf Crack seien die Drogenabhängigen ganz andere Menschen. Vegesacks Ortsamtsleiter Gunnar Sgloik hat angekündigt, sich zeitnah mit den Betroffenen austauschen zu wollen. Außerdem findet am Dienstag, 29. September, 18.30 Uhr, eine Sondersitzung im Saal des Ortsamtes zum Thema statt.
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