Für Vielfalt und Teilhabe

Zehn Jahre Aktionswochen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung in Bremen-Nord

Die Vertreterinnen von Werkstatt Antidiskriminierung e. V. und den Förderern Partnerschaft für Demokratie Bremen-Nord im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.   Foto: as

Artikel vom: 15.09.2026

Bremen-Nord – (as) Ein Netzwerk gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu bilden sowie sich für Vielfalt und Teilhabe im Bremer Norden zu engagieren, ist den Organisatorinnen und Förderinnen das Anliegen.

Zum zehnten Mal finden die Aktionswochen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung derzeit in Nord statt – mit einem umfangreichen Programm. „Wir brauchen Vernetzung, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung“, so Serfiraz Vural von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaften für Demokratie, die die Wochen fördert. Sie hat die Auftaktveranstaltung „Mit Humor ins Gespräch kommen und gemeinsam Haltung zeigen“ konzipiert und die Comedienne Anissa Loucif dazu eingeladen. Diese berichte aus dem Alltag, woran die Menschen anknüpfen können, erklärte sie im Vorfeld.

Seit 2017, als die Wochen als ein Tag gegen Ausgrenzung und Diskriminierung starteten, habe es unschöne gesellschaftliche Entwicklungen gegeben, führte Claudia Czycholl von der Werkstatt Antidiskriminierung e. V. aus. 5,5 Prozent der Wähler hatten 2015 die AfD in Bremen gewählt, laut einer Umfrage würden es aktuell 17 Prozent sein. Während beispielsweise 2017 110 Straftaten von rechts verzeichnet worden seien, wären es 2025 557 gewesen. Zudem habe die Queerfeindlichkeit zugenommen.

Positiv sei, dass es mehr Sensibilisierung gegen Diskriminierung in der Gesellschaft, auch in Bremen-Nord gebe; mit sehr engagierten Beteiligten zum Beispiel in den Freizis bis hin zum Kulturbüro. In den kostenfreien Veranstaltungen wolle man die Menschen sensibilisieren, zum Nachdenken anregen und dazu, diese Gedanken weiterzutragen. Deshalb sei das Programm vielfältig und es werde für alle Zielgruppen etwas, beispielsweise ein Bilderbuchkino für die Jüngsten, angeboten, ergänzte Barbara Peper. Die Organisatorinnen unterstreichen: „Eine offene und solidarische Gesellschaft entsteht nicht von allein – es braucht Menschen, die sich entschieden gegen Diskriminierung, antidemokratische Tendenzen sowie rechte Aktivitäten einsetzen und aktiv für vielfältige Lebensentwürfe eintreten.“ Meliksah Senyuerek, Kommunalbeauftragte der Partnerschaften für Demokratie, zeigte sich zuversichtlich, dass die Aktionswochen weiter seitens des Bundes gefördert würden. In Bremen-Nord und in Mitte stünden Fördergelder von je 46 000 Euro im Jahr zur Verfügung. In deren Zusammenarbeit stecke noch viel mehr Potenzial. Allerdings gebe es mehr Aufträge als Geld. 

In der kommenden Woche geht es um „Vielfalt Leben“, Verletzlichkeit, Integration, Transmenschen, Zusammenleben, Antidiskriminierung in der Arbeitswelt und darum, was am Bunker Valentin geschah.

Weitere Informationen und das Programm mit Lesungen, Workshops und Mitmach-Aktionen gibt es unter www.werkstatt-antidiskriminierung.org.


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