Prioritäten sind unklar
Beiratspolitiker Ingo Schiphorst hält das Freizeitbad Vegesack für einen unverzichtbaren Standortfaktor. Foto: rdr
Artikel vom: 13.09.2026
Bremen-Nord – (rdr) Einen Vergleich zu David und Goliath zu ziehen wäre übertrieben, aber das Vegesacker Beiratsmitglied Ingo Schiphorst, parteilos, lehnt sich gegen einen gemeinsamen Appell von vier Bürgerschaftsabgeordneten auf.
Dr. Maike Schaefer, Bettina Hornhues, Ute Reimers-Bruns, Cindi Tuncel erklären darin, die Diskussion um die Schließung oder Einschränkung von Hallen- und Freibädern treffe die elementare Daseinsvorsorge. Schulschwimmen sei im Bremer Lehrplan verankert und Pflicht. Ohne Bäder in erreichbarer Nähe sei dieser Auftrag nicht erfüllbar. Unter anderem fordern die Abgeordneten „die Attraktivierung des Freibads Blumenthal weiter voranzutreiben.“ Ferner müsse der Neubau des Fritz-Piaskowski-Bads in Vegesack jetzt finanziell abgesichert werden. In Burglesum wiederum seien der Erhalt und die Steigerung der Attraktivität des Sportparksees Grambke der richtige Weg.
Zu Erinnerung: Im Bäderkonzept 2035 ist ein Neubau des Vegesacker Schwimmbads mit Hallen- und Freibadbereich vorgesehen, während das Freibad in Blumenthal im Gegenzug schließen könnte.
„Hier werden von den Abgeordneten tatsächlich primär Blumenthaler Interessen bedient“, findet Ingo Schiphorst. „Gleichzeitig drücken sie sich vor fälligen Entscheidungen bezüglich der Prioritätensetzung und versuchen angesichts der zu erwartenden Folgen für Vegesack, sich die Hände in Unschuld zu waschen. Ihre Bekenntnisse zum Freizeitbad Vegesack bleiben bloße Lippenbekenntnisse.“ Gerade auch vor dem Hintergrund jüngster Wahlergebnisse hätten sich die Abgeordneten zu mehr Ehrlichkeit durchringen sollen, so der Kommunalpolitiker weiter. Angesichts des fortgeschrittenen Finanzierungs- und Planungsstandes für ein Blumenthaler Hallenbad in der nur noch virtuellen Fliegerhalle sinken damit die Realisierungschancen für einen Neubau des Vegesacker Freizeitbades, meint Ingo Schiphorst. „Das Freizeitbad Vegesack ist und bleibt für den Stadtteil ein unverzichtbarer Standortfaktor und ist für Bremen-Nord ein zentrales Angebot. Mit dem Fortfall des Freibades zugunsten von Blumenthal ist dem Stadtteil bereits großer Schaden entstanden“, kommentiert das Beiratsmitglied den Appell der Bürgerschaftsabgeordneten an den Senat.
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