Ärger um das Halteverbot
Absolutes Halteverbot bis zum 30. November – auch wenn sich nicht alle daran halten. Michaela Wurst meint, dass auch schon ohne die Baumaßnahme oft Verkehrschaos herrsche. Foto: rdr
Artikel vom: 20.09.2026
Vegesack – (rdr) Michaela Wurst ist entsetzt. Zum dritten Mal innerhalb relativ kurzer Zeit soll der Fußweg direkt vor ihrem Geschäft aufgerissen werden. Grund ist die Sanierung der dort verlaufenen Gasleitung. „Es ist doch jetzt schon jeden Tag Chaos in unserer Straße“, sagt die Inhaberin von „Ideen mit Blumen“.
Doch nicht nur die Baumaßnahme bereitet Michaela Wurst Sorgen, sondern auch das damit verbundene absolute Halteverbot auf der kompletten Straßenseite in der unteren Gerhard-Rohlfs-Straße – und das noch bis zum 30. November. „Das ist mein Adventsgeschäft!“, erklärt die Floristin entsetzt. „Wo sollen denn bitte dann die Kunden parken?!“ Wie ihre Lieferanten in dieser Zeit das Geschäft erreichen sollen, ist ihr ebenfalls schleierhaft.
Auch Isabella Pyrskalla, Inhaberin der Fotomanufaktur auf der gegenüberliegenden Straßenseite, findet den temporären Wegfall der ohnehin schon begrenzten Parkplätze „sehr unglücklich“. Sie spricht von einem „Trauerspiel“, wenn Kunden keine Möglichkeit hätten, vorm Geschäft zu parken. „Das wird sicher an den Umsätzen kratzen.“ „Für uns Einzelhändler ist das nicht gut – und dann noch über eine so eine lange Zeit“, sagt Thorsten Michaelis von Lederwaren Michaelis in der Gerhard-Rohlfs-Straße 47A. „Eine Baustelle ist nie schön, und das Parkplatzproblem ist jetzt entsprechend groß.“
Gab es denn keine Möglichkeit, die Gasleitungssanierung mit einer vorherigen Maßnahme zu verbinden? „wesernetz prüft grundsätzlich, ob sich einzelne Arbeiten bündeln oder mit anderen Maßnahmen kombinieren lassen. Dabei geht es nicht nur um die eigenen Maßnahmen, sondern auch um Bauvorhaben anderer Unternehmen“, erläutert Pressesprecher Jean-Paul Berndt. „Das alles ist abhängig von Genehmigungen, technischen Anforderungen und der Verfügbarkeit der notwendigen Fachkräfte. Im vorliegenden Fall war eine entsprechende Bündelung verschiedener Maßnahmen nicht möglich.“ Man versuche stets die Beeinträchtigungen für alle Anlieger so gering wie möglich zu halten.
Auch warum gleich auf der ganzen Straßenseite ein absolutes Halteverbot eingerichtet werden soll, kann er erklären. „Die Größe der Bauabschnitte kann nicht immer frei gewählt werden. In der Regel gestaltet sich die Größe der Bauabschnitte so, dass die Arbeiten technisch sicher und so schnell wie möglich durchgeführt werden können“, berichtet Jean-Paul Berndt. „Nur so können wir die Beeinträchtigungen für alle Anlieger so gering wie möglich halten.“
Bis zum Redaktionsschluss am vergangenen Freitag wurde übrigens noch nicht mit der Baumaßnahme begonnen, obwohl die Halteverbotsschilder vor weit über einer Woche aufgestellt worden waren.
Weitere interessante Artikel








