Wechsel in der Ökologiestation
Martina Schnaidt (links) und ihre Nachfolgerin Kristin Nolte auf dem Barfußpfad. Foto: as
Artikel vom: 14.06.2026
Schönebeck (as) – In der Ökologiestation gibt es derzeit Wechsel: Die langjährige und engagierte Leiterin und Diplom-Biologin Martina Schnaidt ist Anfang Mai in den Ruhestand gegangen. Ihr folgt die Geografin Kristin Nolte nach.
Kurz darauf hat die Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Maike Schaefer (Grüne) den Vorsitz des Vereins von Arno Gottschalk übernommen. Ein weiterer Wechsel ist für den 1. August geplant: Dann wird die Biologin Anja Schulenberg die Nachfolgerin von Jochen Kamien. Die beiden Jüngeren wollen die Ökologiestation im Tandem leiten, berichtet Martina Schnaidt. Dr. Jörn Hildebrandt werde weiterhin im Team sein. Derzeit arbeitet sie ihre Nachfolgerin ein: „Auf Zuruf und immer, wenn etwas ansteht – von Tag zu Tag.“
Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau hatte in ihrer Heimatstadt Bremen Biologie mit dem Schwerpunkt „Naturschutz- und Vegetationskunde“ studiert. „Die Natur hat mich schon immer interessiert“, sagt die 66-Jährige. Während des Studiums habe sie die Ökologiestation besucht und gedacht: „Es wäre ein Traum, hier zu arbeiten.“
Im Jahr 2000 war es soweit. In der ersten Zeit habe sie landschaftspflegerisch gearbeitet und ein Konzept für die Nutzung des Geländes erstellt; ein Pfund der Ökostation, wie sie unterstreicht. Sie wollte es unter Naturschutz stellen lassen, dafür sei es jedoch zu klein, wurde die Ablehnung begründet. Erreicht hat sie jedoch, dass die Feuchtwälder- und Wiesengebiete unter Biotopschutz gestellt worden sind. Hier gebe es seltene Arten, wie die „Hohe Schlüsselblume“ oder die „Bachnelkenwurz“.
Zum Bereich Erwachsenenbildung – mit unter anderem einer Ausstellung und Veranstaltungen zur Schönebecker Aue – habe sie den Fokus auf die Umweltbildung für Kinder und Jugendliche gelegt. Ein dritter Schwerpunkt ist die Akquirierung von Geldern gewesen. Rund 200 000 Euro sei beispielsweise für die Sanierung des Hofmeierhauses notwendig gewesen, die Hälfte sei vom Bund gekommen, die andere musste der Verein selbst aufbringen. Das Geld sei durch Spenden von Privatleuten, Vereinen, dem Ortsamt, dem Landesamt für Denkmalpflege oder der Henri-Lamotte-Stiftung zusammengekommen.
Die Arbeiten konnten in diesem Frühjahr abgeschlossen werden. Der größte Teil ihrer Arbeit habe darin bestanden, Veranstaltungen, auch für Honorarkräfte und Ehrenamtliche zu organisieren und selbst zu unterrichten oder Workshops und Führungen zu geben. Zudem habe sie mit der Naturschutzbehörde geschaut, wie sich der nicht bewirtschaftete Wald entwickelt und darauf geachtet, das Konzept einzuhalten, naturnah zu bleiben. „Ich war fast jeden Tag im Gelände“, sagt sie. Hier gebe es Rehe, Füchse und viele Arten von Vögeln, sowie Frösche, Insekten und Schmetterlinge. „Ich erkläre jeden Tag Biologie.“ Im Jahr 2025 habe es beispielsweise über 200 Veranstaltungen gegeben.
In Zukunft möchte Martina Schnaidt „alles machen, wozu ich sonst nicht gekommen bin“: sich mehr Zeit für Freunde nehmen, reisen, Theater besuchen. Jedoch würden ihr die Kinder fehlen. „Ich bin froh, die Ökostation in gute Hände geben zu können und bin überzeugt, dass Kristin Nolte absolut geeignet ist.“
Diese sagt: „Ich freue mich, hierher kommen zu dürfen. Das Gelände ist sehr vielseitig“. Sie gehe morgens immer eine Runde, entdecke Neues und bekomme jeden Tag neue Eindrücke. Unter anderem habe sie schon Rehspuren gesehen. Ihre Arbeit werde daraus bestehen, weiterzuführen, was bisher gemacht wurde, zu erledigen, was gemacht werden muss und Neues einzubringen, wie Wildnispädagogik.
Die 34-Jährige hat mehrere Jahre in der Umweltbildung gearbeitet: im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. In diesem Monat gibt es noch folgende Veranstaltungen: den Vortrag „Der insektenfreundliche Gemüsegarten“ am Freitag, 19. Juni, 16 Uhr, und „Who is who bei den Lurchen“, eine Mitmachaktion für Kinder von acht bis zwölf Jahre, am Sonntag, 28. Juni, 10 Uhr. Die Kosten liegen je bei fünf Euro, für beide Events werden Anmeldungen erbeten: Telefonnummer 0421 / 2221922 oder info @oekologiestation-bremen.de.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.oekologiestation-bremen.de. Da es in der Ökostation immer viel zu tun gibt – mehr Artenvielfalt einzubringen, Tore zu setzen oder Stege zu bauen, werden Unterstützer immer gesucht.
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