Ein Beitrag zur Völkerverständigung

„Dresden – mein Leben“ Heide Marie Voigt und Hristina Patcheva widmen ihre Werke der Stadt

Heide Marie Voigt und Fatemeh Farnaz Hosseini, die die Verbindung zu Hristina Patcheva hergestellt hat (von links). Die Ausstellung ist bis zum 31. August zu sehen.   Foto: as

Artikel vom: 09.07.2026

Vegesack (as) – In der ZimmerGalerie*Nordstern ist derzeit die Ausstellung „Dresden – mein Leben“ mit Zeichnungen und Texten von Heide Marie Voigt sowie Fotos von Hristina Patcheva zu sehen.

Die Bremer Künstlerin Heide Marie Voigt wurde 1942 in Dresden geboren. Die 48-jährige Hristina Patcheva, aus Ohrid in Nord-Mazedonien, lebt seit 2003 in Dresden. Dort lernte sie die ebenfalls 48-jährige Iranerin Farnaz Hosseini kennen, die seit 2020 ihren Wohnsitz in Bremen hat und hier auf Heide Marie Voigt traf.

„Ich habe zwischen den beiden vermittelt. Alle sind irgendwo verbunden. Ich bin hier, um diese Verbindung zu zeigen“, sagt Fatemeh Farnaz Hosseini.

„Das ist es, was wir brauchen, weltweit“, ergänzt Heide Marie Voigt, die mit ihrer Familie nach der Bombardierung Dresdens 1945 die sächsische Metropole verlassen hat.

Die Ausstellung sehen die Frauen als ihren Beitrag zur Völkerverständigung. „Wir müssen aufhören, in Nationalitäten zu denken“, unterstreicht Hristina Patcheva, die sich gegen den Anspruch „Das steht schon in der Bibel, das gehört uns“, verwahrt.

„Wie tief in die Vergangenheit geht man, um das Recht auf Land zu provozieren?“, fragt sie. „Es braucht das Gegengewicht. Was ist jetzt, wie erlebst du Dresden?“, soll nach Heide Marie Voigt die Ausstellung zeigen.

Hristina Patcheva ist durch ihren Vater zur Fotografie gekommen. Die Sprach- und Literaturwissenschaftlerin, die verheiratet ist und einen Sohn hat, berichtet, dass nicht unbedingt die typischen Motive aufgenommen hat. „Es geht darum, wie ich Dresden, insbesondere meinen Stadtteil Mickten, erlebe“, erklärt sie. Fotos von ihrer Heimat stellt sie ebenfalls aus.

Heide Marie Voigt berichtet, dass sie bereits 1964 das „schöne Dresden“, von dem ihr ihre Großmutter berichtet habe, gesucht hat. Ihre Zeichnungen, entstanden 1990 und 2011. An die Bombardierung erinnere sie sich nicht mehr. Damit konfrontiert worden sei sie als Zwölfjährige, als ihr die Familie, ohne Worte, das Buch „Der Tod von Dresden“ gegeben habe. „Sie haben nicht darüber gesprochen. 1960 konnten sie an diese Erinnerung nicht heran.“ Das sei sehr aktuell, das erlebe sie in Friedensinitiativen. Ihre Erfahrung als Kriegskind wirke nach, mache „kriegstüchtig“: „Werdet laut! Sagt nein! So kann man das Wort ‚kriegstüchtig‘ auch verstehen!“, sagt sie. Infos: www.heide-marie-voigt.de.


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