„Wie groß ist das Universum?“

Vortrag von Henri Leinfelder im Rahmen der Reihe „Kunst und Wissenschaft“

Im Rahmen der Vortragsreihe „Kunst und Wissenschaft“, initiiert von Cynthia Bolen-Nieland, präsentierte der Künstler Andreas Wick eines seiner Bilder: „Die Schaumgeborene“, das sich gegen die Vermüllung der Meere richtet. „Wir müssen unseren Mikroplaneten in Ordnung halten und pflegen“, sagte er. Ortsamtsleiter Gunnar Sgolik hatte zuvor die Gäste begrüßt. „Kunst und Wissenschaft“ verstetige sich. Das sei eine gute Kooperation, lobte er und stellte den Vortragenden, Henri Leinfelder vom Olbers-Planetarium, vor (von links).  Foto: as

Artikel vom: 13.07.2026

Vegesack – 299 752,458 Kilometer legt Licht in einer Sekunde zurück. So schaffe es siebeneinhalb Mal in dieser Zeit, die Erde zu „umrunden“ und brauche 1,3 Sekunden vom Mond zur Erde. Unter anderem über diese kaum vorstellbaren Fakten berichtete der Bremer Henri Leinfelder vom Olbers-Planetarium in seinem Vortrag „Wie groß ist das Universum – Was ist die Rolle des Menschen?“, der kürzlich im Stadthaus stattfand. Von da aus verwies er auf Entfernungen, beispielsweise den Durchmesser Vegesacks von vier Kilometern, die durchaus noch erlaufbar seien.

Deutschland bringe es von Norden nach Süden auf etwa 800 Kilometer und die Erde habe einen Durchmesser von zirka 12 700 Kilometern. Zu Fuß bräuchte man ein Jahr und müsse 365 Tage ohne Pause durchmarschieren. „Die Erde ist für uns Menschen gewaltig groß, aber gegenüber dem, was wir im Universum vorfinden, klein“, erklärte er. So liege der Durchmesser des inneren Sonnensystems bei 500 Millionen Kilometern und des äußeren bis zu Neptun bei zehn Milliarden Kilometern. Ein Lichtjahr, das in der Astronomie als Maß eingesetzt wird, habe eine Länge von etwa 9,6 Billionen Kilometer, das wäre, wie mit dem Auto elf Millionen Jahre auf der Autobahn zu fahren. 

Der der Erde nächstgelegene Stern nach der Sonne sei 4,2 Lichtjahre von uns entfernt, führte Henri Leinfelder aus. Das beobachtbare Universum sei 13,8 Milliarden Lichtjahre groß und „wir wissen nicht, ob es noch größer ist“, denn es dehne sich stetig aus. In Sternen gemessen liege die Zahl bei einer Quadrillion in diesem Universum. Man könne bei dem Gedanken, „dass wir nur ein kleiner Teil des Universums sind, Ruhe finden“, meinte Henri Leinfelder.

Er erklärte, dass die Sonne 1,4 Millionen Kilometer im Durchmesser sei und eine Million einzelner Erden in der Sonne verstaubar seien. Der bislang größte bekannte Stern sei der Stephenson 2/18 mit 3,02 Milliarden Kilometern Durchmesser.

Das Wissen der Menschen habe sich rapide weiterentwickelt, doch es gebe auch noch viel Unwissen, beispielsweise „Was kommt nach dem Rand des Universums?“. Es sei schon alleine mathematisch davon auszugehen, dass es außerirdisches Leben im All gebe.

„Unsere Erde ist alternativlos“, stellte er klar. Es brauche für Raketen 80 000 Jahre, um zum nächsten Nachbarstern zu fliegen. Der Mars sei in mehreren Monaten erreichbar. Eine Marsbasis wäre das falsche Signal, wenn man sich der Erde gegenüber feindlich verhalte. Zur Zeit kreisten 17 000 Satelliten in der Erdumlaufbahn. Nur etwa die Hälfte sei noch in Betrieb. Die Gefahr sei bei 28 000 Kilometern in der Stunde nicht klein, dass sie oder einzelne Fragmente die anderen Satelliten beschädigen könnten.

„Für uns Menschen ist die Erde das Kostbarste, was wir haben. Die Erde ist so klein und unbedeutend und doch so bedeutend, ‚ein Staubkorn, beleuchtet von einem Sonnenstrahl‘“, wie es in einem Zitat von dem Astronomen Carl Sagan heißt.

Henri Leinfelder ist seit 2019 am Olbers-Planetarium. Er war unter anderem an der Planung und dem Bau von „Metalhenge“ beteiligt. Seit 2023 ist er als Lektor für Astronomie auf Schiffen unterwegs. Inzwischen ist er unter anderem Expeditionsguide mit Schwerpunkt Polarregionen, Kreuzfahrtdirektor, Eisbärenwächter und Fotograf.


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