Neue Hiobsbotschaft
Die Baustelle an der Unterführung besteht seit 2021. Foto: ADFC
Artikel vom: 02.06.2026
Vegesack (rdr) – Seit Juni 2021 wird die Erneuerung der Eisenbahnüberführung in der Hermann-Fortmann-Straße unter Vollsperrung durchgeführt. Immer wieder gab es aus verschiedenen Gründen Verzögerungen. Hieß es vor langer Zeit, die Maßnahme werde im Mai 2025 abgeschlossen sein, so wurden entsprechende Schilder ausgetauscht und mit „Mai 2026“ versehen. Noch im Februar dieses Jahres schrieb uns eine Bahnsprecherin auf Anfrage, dass ein Fertigstellungstermin „voraussichtlich im Frühjahr bekannt gegeben werden kann“.
Auch dieses Datum lässt sich nun nicht mehr halten, wie aus einem Schreiben der Deutschen Bahn an die Anwohnerinnen und Anwohner hervorgeht. Diesen wurde mitgeteilt, dass die Wiedereröffnung der Straße nach „aktuellem Stand nun für Januar 2027 vorgesehen ist“. Grund dafür seien „unerwartete Probleme mit dem Leitungsbestand“. Man arbeite an einer Lösung, die allerdings zusätzliche Zeit in Anspruch nehme. „Uns ist bewusst, dass die Sperrung für Sie mit Einschränkungen verbunden ist. Dafür bitten Sie um Ihr Verständnis und danken Ihnen sehr für Ihre Geduld“, heißt es im Schreiben der Deutschen Bahn.
„Die weitere Verlängerung der Sperrung der Unterführung Hermann-Fortmann-Straße bis Januar 2027 ist haarsträubend und nicht nachvollziehbar“, kritisiert Heike Sprehe, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Vegesack und der SPD-Beiratsfraktion im Beirat Vegesack. „Und wer muss es weiter ertragen? Unsere Bürgerinnen und Bürger und auch die ansässigen Geschäftsleute. Deren Frust ist verständlich und auch unser als ehrenamtliche Politiker.“ Es müsse dringend zumindest der Fuß und Radweg hergestellt werden, da der Warnemünder Weg weiterhin gesperrt bleibt, so die Sozialdemokratin. „Weitere Ausreden dazu lassen wir nicht mehr gelten!“, sagt sie.
Auch ihr Beiratskollege Ingo Schiphorst, „Stimme Vegesacks“ ist erzürnt über die Verzögerung. Selbst den neuen Fertigstellungstermin im Januar 2027 hält er nicht für zuverlässig. Es könnte dann frostig sein, was eine Straßenherstellung behindern würde. Die ganze Situation sei unbefriedigend, findet Ingo Schiphorst, der daran erinnert, dass die Straße unter anderem Hauptzufahrt für die neu angesiedelten Polizeifahrzeuge im Revier am Kontor darstellen solle.
Für Vegesack als Mittelzentrum sei die erneute Verzögerung alles andere als förderlich. Das Vegesacker Beiratsmitglied sieht in diesem Zusammenhang erheblichen Erklärungsbedarf und fordert, dass das Amt für Straßen und Verkehr und Vertreter der Deutschen Bahn im Beirat vorstellig werden und da Rede und Antwort stehen.
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