„was bleibt“: Bilder aus 16 Archiven

Dritte Ausstellung im Verbundprojekt „Mnemosyne“ mit Arbeiten von Pia Pollmanns

Die Bilder entfalten in der Räumlichkeit des Geschichtenhauses eine ganz eigene Wirkung.  Foto: as

Artikel vom: 04.07.2026

Vegesack (as) – „Archive sind weit mehr als Aufbewahrungsorte – sie sind das kulturelle Gedächtnis unserer Gesellschaft.“ Dieser Satz leitet die Ausstellung „was bleibt“ von der Bremer Fotografin Pia Pollmanns in der Galerie des Vegesacker Geschichtenhauses ein.

Diese ist der dritte Teil des Verbundprojekts „Mnemosyne“, kuratiert von Inga Harenborg von der Stiftung Kränholm. Sie sei Knotenpunkt zwischen der Filmprojektion „Rivka“ im Denkort Bunker Valentin und „Momente von Realität und Wirklichkeit“, mit den fotografischen Arbeiten von Isabella Berr im Knoops Park, so die Kuratorin.

Pia Pollmanns‘ Arbeiten seien ganz anders als die vorhergehenden: Sie wären fokussiert, sachlich, in einheitlicher Bildsprache. Zu sehen sind einzelne Objekte, wie ein Brief oder ein Fotoalbum, eine Nahaufsicht, zum Beispiel auf eine Langspielplatte – oder Regale mit Aktenordnern, die in die Räumlichkeiten regelrecht hineinziehen. 

In den Archiven würden die Dinge aufgehoben, die man schützen, bewahren und an die nächste Generation weitergeben möchte. Im Gespräch mit Archivaren, bei dem auch die Künstlerin anwesend war, wurde auch die Frage geklärt, wer entscheide, was, wie und warum aufgehoben werde.

Ihr sei wichtig, in bestehende Räume etwas einzufügen und dadurch eine weitere Ebene hineinzubringen – wie in Knoops Park zu sehen war. Die Arbeit im Denkort sei eine Ansprache ans kollektive Gedächtnis gewesen. Beide Ausstellungen seien emotional, aus eigenem Erleben angelegt gewesen, beschreibt Inga Harenborg. Bei Pia Pollmanns gehe es auch ums Erleben, jedoch auf sachlicher Ebene.

Archive seien nicht so emotional, hier gehe es darum, welche Inhalte interessant seien und welche Räume dazu passten. Während Isabella Berrs Arbeiten draußen zu sehen gewesen sind und die „Rivka“-Ausstellung im Bunker halb drinnen und halb draußen, seien die Archiv-Fotografien hier im Innenraum, auch öffentlich zugängig. Eintritt müsse keiner bezahlt werden. „Ich finde gut, wenn Kunst auftaucht, man darüber stolpert und so einen Zugang zu einem anderen Raum findet.“

Zu sehen sind 36 Arbeiten von 68, aus 16 von 19 Archiven, bis zum 25. Juli.  Die Ausstellung ist entstanden in einer Kooperation der Arbeitnehmerkammer Bremen mit der Stiftung Haus Kränholm und dem Vegesacker Geschichtenhaus, Zum Alten Speicher 5A. Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Samstag, 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt zur Galerie ist frei.


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