Verträge werden in Kürze unterschrieben

 Lürssen Werft bekundet starkes Interesse am Grundstückskauf

Das Thema Gläserne Werft und das ehemalige BBV-Gelände stand im Mittelpunkt der Beratungen des Beirates Vegesack. Unklar sei, was aus dem Wohnmobilplatz wird. Foto: TH

Artikel vom: 19.10.2022

Vegesack – (TH) Nun scheint die Kuh vom Eis zu sein. Inzwischen seien verbindliche Gespräche mit der Lürssen-Werft geführt worden. Die erzielten inhaltlichen Eckpunkte seien festgehalten worden, um Wege für die Nutzung des ehemaligen BBV-Geländes und der Gastronomie Gläserne Werft zu finden. Bereits zum 27. Oktober erwartet man die Rückläufe für die anstehenden Vertragsverhandlungen, informierte Bernd Haustein von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH dem Beirat Vegesack über den Stand der Dinge.
Recht positiv über die erzielten Ergebnisse äußerte sich auch Jörg Tietjen, Prokurist der FRIBA Investment GmbH. „Wir sind frohen Mutes, dass wir das schaffen können. Spätestens bis Ende 2022 wird es klappen“.
Seit Jahren wird um eine Lösung gerungen, das leerstehende Areal wieder mit Leben zu füllen. Fest stehe, dass die Lürssen Werft großes Interesse hat, dass die Gastronomie in der Gläsernen Werft fortgeführt wird. Unklar bleibt, was aus dem Wohnmobilplatz wird. Geht es nach dem Wunsch des Beirates, könnte das gut frequentierte Gelände bestehen bleiben. Sonst müsse nach neuen Stellplätzen gesucht werden, was sich als schwierig erweisen werde.
Die Planungen der Großwerft sehen vor, dass in dem Gewerbegebiet ein Zulieferer angesiedelt wird, der für Lürssen tätig ist. Etwa gut 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Fläche werde er beanspruchen, informierte Jörg Tietjen.
Heike Sprehe (SPD) ließ keinen Zweifel daran, dass die Frage der Zulieferstraße von großer Bedeutung sei. So müsse sichergestellt sein, dass sich kein Schwerlastverkehr durch die Schulkenstraße bewegt. Da nach ihrer Meinung die Gläserne Werft im Inneren marode sei, müsse geklärt werden, ob eine Sanierung ausreiche oder eine Komplettlösung anzustreben sei. Ihr großer Wunsch sei es, dass große Exponate der Vulkan Werft auf der maritimen Meile einen neuen Platz erhalten, um sie für die Öffentlichkeit zugängig zu machen. Sie unterstrich zugleich die Bedeutung des Wohnmobilplatzes, da er gut angenommen werde.
Sofern er nicht bestehen bleibt, müsse ein neuer attraktiver Platz in Wesernähe geschaffen werden. „Seit dem Jahr 2019 eiern wir an diesem Kram rum, machte sich Beiratssprecher Torsten Bullmahn (CDU) spürbar Luft. „Wir würden uns sehr freuen, wenn alles gut wird“. Doch er glaube erst an ein Ergebnis, wenn die Tinte im Vertrag trocken sei. Auch auf den Wohnmobilplatz ging er näher ein, der gut genutzt würde. „Warum soll man einen neuen schaffen, wenn er bleiben kann. Nach dem aktuellen Zustand der Gläsernen Werft könne man das Gebäude erhalten. Eine gehörige Auffrischung müsse ausreichen. Daher stellte er die Frage, ob potentielle Betreiber schon ihre Bewerbungen abgeben können. Auch für den Erhalt der Exponate der ehemaligen Großwerft machte er sich stark. Zugleich erinnerte er an die alte Betriebsuhr, die man öffentlich aufstellen solle. Sie befindet sich als Leihgabe im Heimatmuseums Schönebecker Schloss, war aus Reihen des Vereins MTV Nautilus zu hören. Bernd Haustein räumte ein, dass es in der Frage rund um die Schulkenstraße einzelne Knackpunkte gab. So konnte abschließend geklärt werden, dass die Anlieferung von Werksstoffen und -material rückwärtig über das Werftgelände erfolgen wird. Eine entsprechende Erschließung wird erfolgen. Die Frage nach einem möglichen Rückbau einzelner Gebäude, die Andreas Kruse (CDU) ansprach, sei bereits geklärt, berichtete Jörn Tietjen. So werden in den Backsteingebäuden Büros untergebracht, und in die gelbe Halle zieht der Zuliefererbetrieb ein. Ein Rückbau eines Gebäudeteils wird in der Gläsernen Werft erfolgen. Nicht nur ein uneingeschränktes Sichtfeld auf den Bootsbau wünschte sich Christoph Schulte im Rodde (Grüne), sondern auch eine Möglichkeit, das Gelände zu begehen. Schließlich übernehme die Lürssen-Gruppe ein großes historisches Erbe in Vegesack. Das sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, so Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Daher müsse man von dieser Idee Abstand nehmen. Heiko Jacobi, der als interessierter Bürger die Sitzung verfolgte, brachte seinen lang gehegten Wunschgedanken ein, dass ein Sandstrand keine Vision bleiben muss. Und er machte sich für eine durchgehende Radverbindung in Richtung Wätjens Park stark. Für ein stärkeres gemeinsames Zusammenwirken in der Frage der Ausstattung der maritimen Meile warb Jörn Gieschen, Geschäftsführer von Vegesack Marketing. Auf diese Weise könne man mehr bewirken und Vegesack attraktiver machen. 


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