„Neue Strandlust“ erhitzt Gemüter

Die „Strandlust neu“von der Weserseite aus. Weil sich das Quartier im Hochwasserschutzgebiet befindet, ist im unteren Geschoss ausschließlich Gewerbe erlaubt. Baubeginn soll im Frühjahr 2027 sein; die Fertigstellung dann im Sommer 2029. Foto: romeiserplus / studio boe

Artikel vom: 23.02.2026

Vegesack – (rdr) Das Interesse war groß, als der Tagesordnungspunkt „Neue Strandlust“ in der jüngsten Sitzung des Vegesacker Beirats vorgestellt wurde. Fünf einzelne Baukörper sollen auf dem Areal an der Weser entstehen. Einer mit 22, die anderen vier mit jeweils 18 Wohnungen. Von den 94 Wohneinheiten sollen 28 gefördert werden, während mindestens 20 Servicewohnungen entstehen sollen. Weiterhin geplant sind eine Bäckerei mit Café, ein Restaurant mit Plätzen für bis zu 160 Personen, dazu eine multifunktionale Veranstaltungsfläche für bis zu 320 Personen, Terrassenaußenflächen von 450 Quadratmetern und ein ebenso großer Biergarten sowie ein Spielplatz.

    Bauherr Max Zeitz von der 2P Projektentwicklung GmbH erklärte, dass man mit der „Strandlust neu“ wieder offene Treffpunkte und einen lebendigen Ort, so wie er früher einer war, schaffen wolle. Die Wohneinheiten würden allesamt zu mieten sein. Hinsichtlich des Verkehrs sei ein Mobilitätskonzept entwickelt worden, führte er weiter aus. Ferner sprach Max Zeitz eine mögliche neue Bushaltestelle im Bereich des Fähranlegers an, die den Pendlern und auch den Bewohnern und Gästen der „neuen Strandlust“ dienlich sein könnte. Die würde sein Unternehmen auch finanzieren. Ferner sei er mit Malte Prieser vom Kulturbüro Bremen-Nord in Kontakt, damit Veranstaltungen in den neuen Strandlusträumlichkeiten stattfinden könnten. Philipp Romeiser von Romeiser Plus Architekten BDA meinte, Strandlust sei das, „was wir Bremen-Norder mit einem Gefühl verbinden.“ Es gehe um die Erinnerungen an den Ort, nicht um jene an das Gebäude. Hinsichtlich der Parkplatzsituation führte er aus, dass es 32 zu mietende Stellplätze für Bewohner geben werde und zusätzlich 66 dort, wo auch zuvor Parkflächen gewesen seien.

Lars Lemke von BPW Stadtplanung sagte, es sei ein lebendiges Erdgeschoss und eine Parkanlage mit Übergang zum Bootshaus gewünscht. Weil vier Kastanien nicht mehr standhaft seien, würden stattdessen neun klimaangepasste Laubbäume gepflanzt.

Heike Sprehe von der SPD meinte, die Vorstellung des Quartiers mit dem öffentlichen Bereich sei „eine Bereicherung“. Thomas Pörschke erklärte: „Ich halte die grundsätzliche Planung für richtig.“ Er sei von den Details beeindruckt. Seine Parteikollege Michael Alexander sagte schlicht: „Der Entwurf gefällt mir.“ 

Ingo Schiphorst, parteilos und eher Kritiker des Projekts, räumte ein, dass man tatsächlich Bedarf an sozialem Wohnungsbau habe. Er warf zugleich die Frage auf, wer dann die anderen 70 Prozent an Mietern sein würden. Christdemokrat Maximilian Neumeyer meinte, dass die CDU dem Abriss des Hotels Strandlust zunächst kritisch gegenüber gestanden habe. Nun sei es gut, dass ein großer Raum für die Gastronomie und für Veranstaltungen entstehen soll. Norbert Arnold, SPD, bekannte, anfangs wegen des Projekts ebenfalls Bauchschmerzen gehabt zu haben. Jetzt sagte er: „Dieses neue Quartier ist ein Segen für Vegesack.“ 

Aus dem Publikum gab es unterschiedliche Meinungen. „Ein Riesenproblem“ sah ein Besucher im Zusammenhang mit der übersichtlichen Zahl an Stellplätzen. Ein anderer sorgte sich um die Sicherheit der zukünftigen Bewohner, wenn das Gebiet bei einem medizinischen Notfall oder einem Feuer überflutet sei. Ein anderer sagte: „Ich glaube, das wird was Gutes!“ Eine Zuschauerin machte ihre Zweifel am Verkehrskonzept deutlich, und einer der Anwesenden meinte: „Das können keine Wohnungen für Normalverdiener werden.“


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