Tech-Startups präsentierten Ideen

Dreimal 100 000 Euro Förderung für Unternehmensgründer beim „Demo Day“

Der Wettbewerb brachte drei Gewinnerfirmen hervor, hier mit den obligatorischen symbolischen Schecks.      Foto: nik

Artikel vom: 01.03.2026

Grohn – (nik) Investoren aus aller Welt hatten sich an der Constructor University eingefunden, wo beim „Demo Day“ vierzehn Gründer von Startup-Unternehmen ihre Geschäftsideen präsentierten. Das ist ein Wettbewerb, bei dem die Gewinner mit 100 000 Euro Anschub-Finanzierung von Constructor Capital ausgestattet werden. Entsprechend groß war der Andrang: Moderator Adrian Chalifour zufolge habe man unter über 1600 Bewerbungen die besten Ideen ausgesiebt. Viele waren von weit her angereist. Dieser Demo Day fand zum dritten Mal statt und soll zukünftig halbjährlich wiederholt werden. Damit will Dr. Serg Bell unterstreichen, dass es ihm mit der Investition in die Privathochschule ernst ist. Als Besitzer der Einrichtung übt er offiziell die Funktion „Vice Chairman of the Board of Governors“ aus.  Sein Vermögen hat er im Softwaregeschäft gemacht.

Bevor es mit den Startups losging, hielt er ein Impulsreferat zu den aktuellen Trends in der digitalen Forschung und seinen persönlichen Einschätzungen dazu. Die Trends schien er vorrangig an finanziellen Bewertungen festzumachen. Seiner Einschätzung zufolge sind Quantencomputer einer der wichtigsten Zukunftstrends, bahnbrechender jedenfalls als künstliche Intelligenz. Ein weiterer Trend seien neuromorphe Systeme, die sich in ihrer Funktion am biologischen Gehirn orientieren. Er sprach sich für Open-Source-Software aus, „soviel wie empfehlenswert ist“. Insbesondere die Robotik schien er hingegen eher geringzuschätzen. Er äußerte Unverständnis, warum Roboter überhaupt menschliche Form haben sollten und kritisierte überzogene Versprechungen. Ein weiterer großer Trend weise in den Weltraum, was Bell ebenfalls skeptisch kommentierte und ins Publikum fragte, wer denn zum Mars wolle.

Die Gründer präsentierten ihre Geschäftsideen in kurzen „Pitches“ von fünf Minuten Dauer und beantworteten anschließend Fragen der Jury. Es wurden in erster Linie Firmen ausgewählt, die auf universitärer Forschung aufbauen. Etwa die Hälfte der Konzepte hatte Anwendungen für künstliche Intelligenz im Sinn. Andere befassten sich mit der Entwicklung des „Quantum Computing“, was sich insgesamt als Schwerpunkt der Veranstaltung herausstellte. Das ist ein weites, ergebnisoffenes Feld: in der Forschung werden substantiell unterschiedliche Ansätze verfolgt, es ist noch unklar, welcher sich erfolgreich durchsetzen kann.

Erstmalig hatte der Wettbewerb gleich drei Gewinner. Dr. Martin Stadler aus der Schweiz hat die Firma Qendra gegründet. Sein Team entwickelt eine Hardwarelösung, um Quantencomputer auf „klassische Weise“ steuern zu können. Denn aktuell sei die Ansteuerung der sogenannten „Qubits“ die große Herausforderung. Seine Lösung kombiniere oder „orchestriere“ dafür mehrere Ansätze in einem präzisen Kontrollsystem. Das soll bis 2029 marktreif sein und für 60- bis 80000 Euro von Forschungseinrichtungen erworben werden, die damit erstmals auf breiter Basis mit der Quantentechnologie arbeiten könnten.

Claudiu Barsan-Pipu stellte sein Startup Metaneural vor. Er will mit anspruchsvollen, KI-gestützten Simulationen komplexe Risikobewertungen für Unternehmen ermöglichen. Der Unterschied zwischen Simulation oder Realität soll minimiert werden, damit Hochrisiko-Industrien sicherer, schneller und in größeren Maßstab trainieren können.

Als dritter Gewinner wurde die Firma CellKinetica ausgezeichnet. Ihnen geht es um künstliche Befruchtung und wie dabei die Erfolgsrate gesteigert werden kann. Das sei wichtig, weil eines von sechs Paaren Probleme habe, ein Kind zu bekommen und die künstliche Befruchtung in 40 Prozent der Fälle fehlschlage. Ihre Methode lasse sich in bestehende Untersuchungen integrieren und verspreche eine deutlich erhöhte Erfolgsrate.

Das Publikum konnte über die Präsentationen abstimmen und entschied für Amit Verma aus Indien und sein Startup NYX. Er versprach eine KI-gesteuerte Marketingplattform, die vollautonom oder als „Copilot“ kreative Vermarktung und Kundenakquise verbessern soll. Ein Vertreter von Amazon Web Services zeichnete ferner noch eine Handvoll Startups aus, deren Geschäftsmodell wohl gut zu Amazon passen mochte. Angesichts der gewaltigen finanziellen Unterstützung der Hauptgewinner wirkten die T-Shirts, die er mitgebracht hatte, dann doch eher wie ein Trostpreis.


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