In die Geschichte eintauchen

Erstmals Tag der Archive im Heimatmuseum Schloss Schönebeck

Günter Bolte und Gabriele Jannowitz-Heumann im Archiv des Heimatmuseums Schloss Schönebeck.  Foto: as

Artikel vom: 05.03.2026

Schönebeck – (as) Am 7. und 8. März findet deutschlandweit unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“ der 13. Tag der Archive statt. Erstmals ist das Archiv des Heimatmuseums Schloss Schönebeck an diesem Tag beteiligt. Dessen Motto ist „Von Vegesack in die Welt – Spurensuche in den Logbüchern und Reiseberichten Vegesacker Kapitäne des 20. Jahrhunderts“.

Hierbei werden von 11 bis 17 Uhr das Archiv im Verwalterhaus, das sich gerade im Aufbau befindet und die Bestände vorgestellt. Zudem sei das Schloss an diesem Tag geöffnet, berichten Gabriele Jannowitz-Heumann und Günter Bolte. Mit ihnen können Interessierte in die Geschichte eintauchen und beispielsweise mehr über das Anwesen erfahren, das auf Friedrich von der Borch zurückgeht, oder den Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., der heute seinen Sitz hier hat.

Der Bestand sei über die Jahre von fleißigen Damen nach Sachgebietsgruppen, wie „Schiffbau“ oder „Gerhard Rohlfs“, gesammelt worden, berichtet Gabriele Jannowitz Heumann, die früher als Leiterin des Kommunalarchivs in Osterholz-Scharmbeck gearbeitet hat.  „Jetzt fangen wir an, zu archivieren.“

Die unterschiedlichen Quellen würden nun archivgerecht gelagert und Verzeichnisse angelegt. Dabei finde man Schätze, wie maritime Dokumente, Fotos oder Gemälde. „Wir leben von Dingen, die uns zur Verfügung gestellt werden“, so Günter Bolte. Für die Neuanschaffung von Objekten müssten Sponsoren bemüht werden.

Vieles komme aus Privatbeständen, erläutert Gabriele Jannowitz-Heumann. Und so beinhalte das Archiv um die 8000 Bücher, zudem eine Sammlung von Zeitungsausschnitten und Gegenstände. „Wir versuchen, aus diesen Archivarien Geschichte zu machen“, sagt sie. Wer sich für die Seefahrt interessiere, bekomme beispielsweise einen Einblick darüber, dass es 1855 in Vegesack sage und schreibe 165 Kapitäne gegeben habe. Deren Dokumente, Briefe und Reiseberichte – teils schon mühevoll transkribiert – bildeten eine große Sammlung.

Das Archiv sei auch Anlaufpunkt für die Nachfahren von Auswanderern, die beispielsweise aus den USA oder Südafrika kämen, um mehr über ihre Ahnen und wo sie gelebt haben, zu erfahren. Wer sich für die Geschichte in der Region interessiert, kann beispielsweise auch etwas über die Bäckerei Schnatmeyer erfahren, die als größte Schiffszwiebackfabrik Deutschlands gegolten habe. Das Haus in der Weserstraße 82 stehe noch, und die Archivare können sich selbst an die Produkte der Bäckerei erinnern.

Das insgesamt vierköpfige Team ist immer dienstags von 15 bis 17 Uhr im Archiv, im Dorfe 3-5, anzutreffen. Wer konkrete Fragen hat, wird gebeten, sich unter Telefon 0421 623432 anzumelden. Auch ehrenamtliche Mitarbeiter würden noch gesucht. „Archivarbeit hält jung!“, lädt Gabriele Jannowitz-Heumann ein, sich zu beteiligen.


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