Unterhaltsame Meyenburger Chronik
Wilhelm Asmus mit der jüngsten Chronik. Foto: as
Artikel vom: 05.01.2026
Meyenburg – (as) „Es ist viel passiert, auch vor 100 Jahren war viel los“, berichtet Wilhelm Asmus, der im vergangenen Jahr wieder eine Chronik der Ortschaft Meyenburg, 2025, herausgegeben hat.
Das Titelblatt ziert die Hofstelle 17 von Speckmann, Schlüter, Kirchhoff, die 1952 abgerissen wurde. Danach werden „Meyenburgs skurrile Typen“ vorgestellt und von der Zweigstelle der Raiffeisenwarengenossenschaft berichtet, in der samstags Selbstbedienung angesagt war, da der Chef Gäste empfing. Alles andere als begeistert zeigt sich Wilhelm Asmus vom Ausbau der Windkraft: „Wir sind jetzt schon von 41 Windrädern umstellt. In jeder Blickrichtung sieht man in Meyenburg sich drehende Windräder. Das reicht“, erklärt er und schlägt vor, die aufzustellenden Anlagen an die Autobahn zu bauen. Auch dieses kommt zur Sprache: Im Dezember 1925 vermisste ein „biederer Meyenburger Fleischermeister“ sein Gebiss und befürchtete, es verschluckt zu haben. Nach allerlei Untersuchungen kam es wieder zutage...
Des Lobes voll ist Wilhelm Asmus für die „Knallermäuse“ und deren Aufführungen in der Grundschule. Der neue Verein LebensArt und seine Tätigkeiten nimmt der Meyenburger Dorfchronist ebenso unter die Lupe, wie die Reparatur der Brücke an der Mühle oder den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Kritik gibt es für die Kosten des neuen Feuerwehrhauses: dessen Bau soll 4,2 Millionen Euro kosten. Hier wirft Wilhelm Asmus die Frage auf, ob das Gebäude mit oder ohne beheiztem Außenschwimmbad erstellt wird. Einen Exkurs gibt es zur Gründung des Landkreises Osterholz mit Wirkung zum 1. November 1939, fehlen dürfen nicht Wahlergebnisse, Gerichtsurteile sowie der eine oder andere Schicksalsschlag.
Zum Barfußpfad und weiteren Wanderwegen durch Meyenburg schlägt Wilhelm Asmus eine außergewöhnliche Ergänzung vor... Konfirmiert wurden laut Chronik im Mai 2025 sieben junge Menschen. In 2024 habe es in Schwanewede 109 Kirchenaustritte und in Meyenburg sowie Aschwarden 18 gegeben, dem stünden jeweils ein Eintritt entgegen. „Diese Zahlen sprechen wohl eine deutliche Sprache in Richtung der Kirchen in Deutschland“, so Wilhelm Asmus. Auch dem Aus für den Meyenburger Dorfladen und dessen Gründe spürt er nach und stellt den „Fleisch Spezi“ vor.
Mit Humor, aber auch mit kritischem Auge, hat Wilhelm Asmus die Ereignisse des Jahres zusammengefasst – wieder sehr unterhaltsam. Die Chronik kostet acht Euro. Weitere Informationen dazu sowie Kontaktdaten gibt es unter www.norddeutsch-geschichte.de.
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