Festgefahrene Standpunkte

Debatte zu Freiluftpartys am Sportparksee bekam einen giftigen Ton

Wenn in letzter Zeit vom Sportparksee die Rede ist, geht es selten um See, Park oder Sport.  Foto: as

Artikel vom: 31.08.2026

Burglesum – (nik) Seit 2024 wurde im Beirat Burglesum immer wieder um einen auskömmlichen Kompromiss gerungen zwischen dem Wunsch junger Menschen, Sommernachtspartys zu feiern und dem berechtigten Bedürfnis der Anwohner nach ungestörter Nachtruhe. Ein Bürgerantrag von Karin Seemann-Ruschin verlangte nun erneut, die Freiluftpartys am Sportparksee generell zu unterbinden. 

Da in der Sitzung ohnehin neue Auflagen für die Veranstalter festgelegt werden sollten, wurde der Antrag auf den entsprechenden Tagesordnungspunkt verschoben. Jens Rainer Jurgan von Bündnis Deutschland wies darauf hin, dass seine Gruppierung in der Bürgerschaft einen Antrag zum selben Thema eingebracht habe, und dass deshalb der Beirat das Thema vertagen solle, bis dort eine Entscheidung vorliege. Mit Verweis auf die zur Sitzung erschienenen Anwohner verwarf Beiratssprecherin Maren Wolter diesen Vorschlag.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Beiratsmitglieder und auch Ortsamtsleiter Florian Boehlke auf Schlaf verzichtet, um sich ein Bild von der Lärmbelastung der Umgebung zu machen, während die Partys im Gange waren. So gibt es jetzt die seltsame Situation, dass völlig unterschiedliche Einschätzungen der Lautstärke aus derselben Nacht gegeneinanderstehen. Es wurden Theorien aufgestellt, ob die Ausbreitungsrichtung des Schalls dazu führen könnte, dass es sich am Lesumdeich lauter anhöre als in der direkten Umgebung des Sees.

Die stellvertretende Ortsamtsleiterin Sabine Tietjen sagte, dass die Polizeistreife, die gegen ein Uhr morgens zum Sportparksee gerufen wurde, sich gewundert habe, weil sie die Party zunächst gar nicht hören konnte. Zwei der um den Schlaf gebrachten Anwohnerinnen gaben an, in der Folgewoche eine umfangreiche Aussage auf dem Polizeirevier Vegesack gemacht zu haben, die der dortige Beamte an das Ordnungsamt weiterleiten wollte. Ihre Hauptkritik war, dass zeltende Partygäste weit in den Folgetag hinein weitergefeiert hätten.

Einer der Anwohner wurde ungehalten und bezeichnete die Beiratssitzung als eine „Muppet-Show“. Das wollte CDU-Sprecher Martin Hornhues nicht auf sich sitzen lassen und meinte, solch ein despektierliches Verhalten könne auch Konsequenzen haben. Auch SPD-Sprecher Niels Heide zeigte sich hörbar aufgebracht und stellte mehrfach dar, dass man zwischen Lautstärke und Bässen unterscheiden müsse. 

Erstere werde in Dezibel und letztere würden in Hertz gemessen. Eine reduzierte Lautstärke sei damit nicht mit verringerten Bässen gleichzusetzen. Bevor sämtliche betroffenen Anwohner ihr Anliegen vorbringen konnten, beantragte Martin Hornhues ein Ende der Debatte. Über den vorbereiteten Beschluss zur Anpassung der Auflagen für Veranstalter musste dann noch abgestimmt werden, ob die Bässe um Mitternacht oder um zwei Uhr morgens reduziert werden sollen.

Schließlich wurde mehrheitlich beschlossen, dass als konkreter Veranstaltungsort nur noch eine markierte Stelle hinter dem Hügel an der Mitte der Landzunge infrage kommt; die Lautsprecher in Richtung Stahlwerke ausgerichtet werden müssen; keine Lautsprecher in die Bäume gehängt werden dürfen; und ab zwei Uhr morgens eine Reduzierung der Bässe vorzunehmen ist. Im Beirat wurde die Hoffnung geäußert, dass im September noch eine weitere Party stattfinden möge: Nur so könne man sehen, ob die Verschärfung der Auflagen eine Verbesserung bewirke.


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