Zeitzeugen gesucht
Die Erinnerungen an die Erlebnisse am und im Bunker Valentin aus dem Jahr 1959 lassen Peter Strohwald nicht los. Fotos: Archiv / fr
Artikel vom: 21.06.2026
Farge – Peter Strohwald ist 83 Jahre alt und lebt in Burgdorf bei Hannover. „Am 23. Juli 1959 waren mein Freund Werner Reich und ich mit unseren Fahrrädern auf dem Weg von Hannover nach Langeoog, um dort für drei Wochen unsere Schulferien auf dem dortigen Zeltplatz der Jugendherberge zu verbringen“, erinnert er sich.
Die Jugendlichen hätten einen Zwischenhalt auf einem sehr spartanischen Zeltplatz auf der anderen Weserseite gemacht und sich über ein riesiges Betongebäude in Farge gewundert. Erst vor wenigen Jahren erfuhr Peter Strohwald durch einen Fernsehbericht, dass es sich den heutigen Denkort Bunker Valentin gehandelt hatte. Seitdem lassen ihn die Erlebnisse von damals nicht mehr los. Seit den vergangenen zehn Jahren treibe ihn das um.
„Ohne irgendwelche Risiken abzuschätzen, schwammen wir über die Weser und sahen dabei in der Ferne zwei große Frachtschiffe in unsere Richtung kommen“, sagt der 83-Jährige.
„Werner behauptet, dass, wenn ein Ohr unter Wasser war, das Geräusch der Schiffschrauben zu hören war.“ Weiter sei es für Jungs in die damals noch nicht verschlossenen Becken des Bunkers gegangen, wo sie ebenfalls schwammen. „Es war, abgesehen von den von der Decke runtergefallenen Tropfen in die Wasseroberfläche, totenstill, geradezu unheimlich“, erinnert sich der Senior, der sich kürzlich Internetfotos des Bunkers angeschaut hat. „Da ist eine Landfläche vor dem Beckeneingang zu erkennen. Die müsste nachträglich angelegt sein? Irre ich mich etwa gewaltig?“, möchte er wissen.
Nachdem er mit seinem Freund den Bunkerkanal verlassen habe, hätten beide in unmittelbare Nähe diverse alte größere Schiffe nebeneinander gesehen. „Für uns war das ein Schiffsfriedhof, der nun unsere Neugier erweckte“, berichtet Peter Strohwald. „Ich weiß nicht mehr, ob die Schiffe in einem kleinen Hafen oder einem „toten Arm“ gelegen haben, und wie wir es schafften, über die Reling des ersten Schiffes zu gelangen.“
Über dieses Abenteuer habe er mit seinem Freund über Jahrzehnte gesprochen.
„Unsere Erinnerungen waren zum größten Teil kongruent, jedoch in Kleinigkeiten unterschiedlich“, berichtet Peter Strohwald nachdenklich. Seit Jahren befasse er sich mit dem Gedanken, festzustellen, was nun von dem damaligen Unternehmen reale Erinnerungen und was Fantasien sind. Das sei jedoch nur mit der Hilfe von Zeitzeugen möglich. Genau diese sucht Peter Strohwald nun. Er möchte erfahren, wie der Bunker 1959 beschaffen war, auf welchem Campingplatz die damals Jugendlichen zelteten und vieles mehr. Wenn sich jemand meldet, würde sich Peter Strohwald sich gerne zu einem Gespräch und einer Ortsbegehung treffen. Er freut sich über eine Kontaktaufnahme unter Telefonnummer 05136 / 85597 oder 0157 / 54115312 sowie per Mail an p.strohwald@t-online.de.
Weitere interessante Artikel








