Grab des Sohnes geschändet

Bronzene Figuren auf dem Friedhof am Godenweg wurde brutal entfernt

Der Grabschmuck wurde mit so brachialer Gewalt entfernt, dass sogar die Grabplatte aus Granit verrutscht ist.Foto: rdr

Artikel vom: 03.08.2026

Blumenthal – (rdr) Kürzlich haben wir über Grabschändungen auf dem Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Aumund-Vegesack in der Lindenstraße berichtet. Nun hat sich BLV-Leser Günther Herrmann bei uns gemeldet.

Etwa alle zwei Tage kümmert er sich mit seiner Frau um das Grab seines Sohnes und seiner Schwiegermutter auf dem Friedhof Godenweg der Evangelischen Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal. Vor einigen Tagen dann der große Schreck: Unbekannte haben auch dieses Grab geschändet. 

Unter anderem betende Hände, ein Vogel und eine lange Rose aus Bronze wurden von der Grabplatte gerissen. Sogar zwei Buchstaben vom Nachnamen des beigesetzten Sohnes brachen die Unbekannten ab. Einer der Buchstaben konnte ihm Gras gefunden werden.  Die Grabschänder gingen so brutal vor, dass sogar die Grabplatte aus Granit verschoben wurde.

„Vielleicht wurden die Täter gestört?!“, fragt sich der schockierte Günther Herrmann. Auch seine Frau sei von der Grabschändung tief getroffen, beschreibt der Beckedorfer die Gefühlswelt des Paars. Die Polizei sei da gewesen, und er habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet, berichtet Günther Herrmann. 

Viel Hoffnung darauf, dass die Täter ermittelt werden, hat er nicht. Er vermutet hinter der Tat Metalldiebe, die den Grabschmuck aus Bronze einschmelzen könnten, um ihn zu Geld zu machen. „Irgendwie ist das nicht vorstellbar, dass Menschen so etwas tun.“

Eine Grabschändung ist in Deutschland eine Straftat nach Paragraf 168 des Strafgesetzbuches und kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden. Auch an einer Grabstätte „beschimpfenden Unfug“ zu verüben, ist strafbar. Ebenso die Störung der Totenruhe.

Die Bremer Polizei hat Fallzahlen zum Diebstahl ohne erschwerende Umstände, Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung interreligiöser Einrichtungen – inklusive Friedhöfe – in Bremen-Nord für die Jahre 2024 und 2025 ausgewertet. In dem genannten Zeitraum wurde danach kein Fall von Störung der Totenruhe angezeigt. Im Stadtteil Blumenthal wurden 2024 ein Diebstahl ohne erschwerende Umstände und zweimal Sachbeschädigung angezeigt; ein Jahr später waren es drei Fälle. 

In Burglesum gab es im Jahr 2024 eine Sachbeschädigung und 2025 zweimal Diebstahl ohne erschwerende Umstände. Letzteres Delikt kam in Vegesack 2024 einmal und 2025 14-mal vor. „Der Anstieg der Fallzahlen ist auf eine Serie von Diebstählen von Kupferrohren zurückzuführen“, berichtet Polizeisprecherin Franka Haedke. Grabschändung könnten diese Taten nicht zugeschrieben werden. Von den Kupferrohrdiebstählen soll unter anderem die evangelische St. Michaelskirche in Grohn betroffen gewesen sein. Im Stadtteil Vegesack wurde zudem eine Sachbeschädigung registriert. In den beiden ausgewerteten Jahren seien neben religiösen Einrichtungen der Waldfriedhof in Blumenthal und der Friedhof Aumund in Vegesack betroffen, so Franka Haedke. 


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