Neue Mobilbauten mitten im Grünen

Die Oberschule Blumenthal hat als erster Baustein des Bildungscampus Kämmereiquartier den Lehrbetrieb aufgenommen

Das „grüne Klassenzimmer“ wird bei gutem Wetter Unterricht im Freien ermöglichen. Claudius Leykauff sagt, ein Umfeld, in dem die Kinder gern zur Schule gehen, sei die erste Voraussetzung für Erfolg beim Lernen. Durch die Grünfläche im Hintergrund führt der Fußweg zum Busbahnhof Jenny-Ries-Platz.   Fotos: nik

Artikel vom: 17.09.2024

Blumenthal (NIK) – Über die Gründung vier neuer Oberschulen in Bremen hatten wir bereits im Frühjahr berichtet. Nun sind seit etwa einem Monat die Sommerferien vorbei und der Lehrbetrieb in dem Interimsgebäude der Oberschule Blumenthal hat begonnen. Der Gründungsbeauftragte Claudius Leykauff nimmt uns mit auf einen Rundgang über das Gelände und erläutert das Mobilbau-Konzept.

Die Schule liegt zwar an der Nikolaus-H.-Schilling-Straße, der frisch angelegte Weg für die Schüler führt aber direkt vom Busbahnhof Jenny-Ries-Platz über die Blumenthaler Aue durchs Grüne. Nicht bloß für einen provisorischen Standort auf Zeit scheint es ein idealer Platz zu sein. Das Gebäude ist rundum von Bäumen umgeben und sobald der Baulärm verebbt ist, kann man es durchaus idyllisch nennen. Vom Kämmerei-Gelände kommend, war es noch etwas schwierig, die Fläche zu betreten, denn die Landschaftsbauarbeiten sind dort noch in vollem Gange. Ein Fußballplatz dem Klettergerüst gegenüber erhält gerade einen Hartgummibelag. 

Das Interimsgebäude auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern verfügt über zwei Stockwerke. Die werden auch gebraucht, denn die Schule wird mit jedem neu hinzukommenden Jahrgang sukzessive anwachsen. Die Klassen 5a, 5b und 5c haben ihre Klassenräume im Erdgeschoss, auch der erste Stock ist aber schon besetzt: Dort sind, für die Dauer der Behebung des Wasserschadens, Schüler der Oberschule Borchshöhe einquartiert. Ohne das nun zu beschönigen, kann insgesamt von einem Beispiel gelungener Improvisation gesprochen werden. 

Den frischgebackenen Oberschülern gefällt ihre neue Schule. Entsprechend gut ist die Stimmung. Die Kinder freuen sich über das Interesse der Medien, sodass bei dem Besuch mehr Fotos entstanden sind, als in diesem Beitrag Verwendung finden können. „Es riecht drinnen vielleicht noch ein bisschen komisch“ finden einige. Sie wissen aber auch um den Sanierungsbedarf anderer Schulgebäude und sehen es entsprechend als Pluspunkt, dass bei ihnen auch die Toiletten neu sind. Die Mobilbauten scheinen ein ausgereiftes Konzept zu sein, die fugenlosen Fußböden lassen vergessen, dass sie aus Containern zusammengesetzt sind. Durchgängige Fensterfronten sorgen für natürliche Lichtverhältnisse. 

Claudius Leykauff berichtet, dass es sich erfreulich einfach gestaltet habe, neue Lehrkräfte für die Schule zu gewinnen. Die Aussicht, bei der Gestaltung von etwas ganz Neuem mitwirken zu können, zeige sich als zugkräftiges Argument. Bisher sind sie zu siebt, sodass im laufenden Schuljahr wohl noch einige Kollegen hinzukommen werden. Herr Leykauff fühlt sich dabei durch die Schulbehörde gut unterstützt. Es laufen schon jetzt Gespräche für das kommende Schuljahr, wenn die Schule dann schon aus zwei Jahrgängen bestehen wird. Sowohl für das Bildungswesen in Bremen als auch für die Entwicklung des Stadtteils Blumenthal kann diese neue Schule als positiver Impuls gedeutet werden.


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