„Möhrenkuchen zum Tee“
Blütenschmuck und Ostereier gehören zu den Frühlings-Festtagen. Symbolfoto: fr
Artikel vom: 05.04.2026
Region – (as) Wie verbringen die Menschen in Bremen-Nord die Osterfeiertage? Allen gemeinsam werden wohl die Treffen mit Familien und Freunden sein, um sich zu sehen und gemeinsam zu essen. Doch dann wird es individuell. Die einen verstecken oder suchen Süßigkeiten, bei anderen gehört der Osterspaziergang und das gleichnamige Gedicht von Johann Wolfgang Goethe dazu, wieder andere treffen sich zum Motorradgottesdienst...
Wir haben nachgefragt. Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums, berichtet: „Als Kind war natürlich das Ostereiersuchen das Allerwichtigste. Am liebsten bei schönem Wetter draußen. Bei meiner Großtante in Worpswede wurden in ihrem riesigen Garten auf dem Brünjeshof jede Menge Schokoladeneier für alle Kinder aus der Familie versteckt – und es wurde uns Kindern nicht leicht gemacht mit den zum Teil kniffligen Verstecken! Die ganze Familie kam zusammen, bei dem zwei Kilometer langen Grundstück konnten wir Kinder stundenlang suchen – und die Erwachsenen konnten in Ruhe Kaffee trinken. Erst viel später wurde mir klar, dass der Brünjeshof eben der Hof ist, in dem erst Fritz Overbeck und später Paula Modersohn-Becker ihr Atelier hatten. Als Kind war es für mich vor allem der Ort, an dem man so wunderbar Ostereier suchen kann. Die Liebe zu Schokolade an Ostern ist geblieben. Es kann auch ein schöner Möhrenkuchen zum Tee sein. Und ein gemütliches Osterfrühstück mit Brötchen und einem – am liebsten bunten – Hühnerei. Oder zwei.“
Pastorin Katharina Falkenhagen von der Gemeinde St. Magni erzählt: „Jedes Jahr dieselbe Diskussion: Sollen die bunten Ostereier schon einige Tage oder Wochen vor dem Osterfest an den spärlich begrünten Strauch im Garten oder erst am Ostersonntag? Angesichts des oft trüben Wetters haben wir uns in diesem Jahr für eine vorzeitige Außendeko entschieden. So ist das mit den Traditionen. Sie helfen, das Jahr in eine verlässliche Struktur zu bringen, ohne sklavisch daran festhalten zu müssen. Für mich sind Traditionen eine Möglichkeit, mir meiner Wurzeln bewusst zu werden und die jeweiligen Feste in ihrer Besonderheit wahr zu nehmen. In der Karwoche vermeiden wir laute Veranstaltungen, am Karfreitag und Karsamstag sind die Mahlzeiten sparsam gehalten, mit den Kindern färben wir Ostereier. Für den Ostersonntag bereiten wir ein opulentes Frühstück vor. Und natürlich dürfen auch das gebackene Osterlamm und die bunten sorbischen Ostereier, die das Jahr über wohl gehütet im Schrank ruhen, nicht fehlen. Besondere Osterbräuche wie das Osterreiten, die Herstellung der filigran gestalteten Ostereier oder das Osterwasser schöpfen, durften wir während unserer Zeit in der Lausitz kennen und lieben lernen. Der Besuch der jeweiligen Gottesdienste ist für alle Familienmitglieder, die über Ostern bei uns sind, sehr wichtig, weil sie uns an die christliche Bedeutung der Feiertage erinnern.“
Joyce Krijger, Leiterin des Begegnungszentrums „Luise Morgenthal“ in Grambke, erklärt: „Am Samstagabend vor Ostern besuchen wir ein Osterfeuer. Es werden Eier im Garten versteckt und von den Enkelkindern gesucht. Es gibt am Ostersonntag mit der Familie und Freunden einen Brunch mit einem vielseitigen Angebot zum Schlemmen. Und dazu führen wir den ‚Eitje tik‘, ein traditionelles Eierklopfen aus den Niederlanden durch. Das geht so: Zwei Personen nehmen ein hart gekochtes Ei in die Hand und schlagen dieses mit der spitzen Seite gegen das Ei des Anderen. Verlierer ist derjenigen, dessen Eierschale zuerst bricht. Das macht immer viel Spaß! Frohe Ostern! Fijne Pasen!“
Schwanewedes Bürgermeisterin Christina Jantz-Hermann schrieb: „Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und erholsames Osterfest! Für mich ist Ostern jedes Jahr eine ganz besondere Zeit, die ich am liebsten im Kreise meiner Familie verbringe. Besonders viel Freude bereitet mir dabei das gemeinsame Ostereiersuchen mit den Kindern – diese kleinen Momente machen das Fest jedes Mal aufs Neue schön.“
Jürgen Kuck, Bürgermeister von Ritterhude, berichtet: „In den vergangenen Jahren habe ich die Osterfeiertage gerne im Kreise meiner Familie verbracht. Natürlich gehört dazu auch die Ostereiersuche mit meinem Enkelkind. Bei gutem Wetter unternehmen wir gerne eine Radtour durchs Blockland, und natürlich gehört der Besuch des traditionellen Osterfeuers des Schützenvereins ebenfalls zu unseren Ostertraditionen. An den Feiertagen gibt es ganz unkompliziert einfach ‚etwas Leckeres‘. Entweder selbst gekocht oder auch schon mal in einem unserer Lieblingsrestaurants. In diesem Jahr weichen wir jedoch von unseren gewohnten Ostertraditionen ab und nutzen die Feiertage für eine kurze Urlaubsreise.“
Der Burglesumer Ortsamtsleiter Florian Boehlke erklärt: „So richtige Osterbräuche habe ich tatsächlich nicht. Vielmehr nutze ich die Zeit, um mich mit meiner Familie zu treffen, Hobbys nachzugehen, wie der Fotografie, oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen. In diesem Jahr freue ich mich darauf, seit langem mal wieder ein Spiel von Werder im Weser Stadion live sehen zu können.“
Weitere interessante Artikel








