Die Gefahr lauert im Hundekot
Während der Brut- und Setzzeit bis zum 15. Juli gilt eine Anleinpflicht für Hunde. Nicht jeder hält sich daran. Foto: fr
Artikel vom: 03.05.2026
Region – (rdr) Ulli Vey vom Biolandhof Blumenthal-Vey bewirtschaftet Weiden unter anderem in Ritterhude, Rechtenfleth, Schönebeck, Blumenthal und Farge. Dabei machen ihm einige Hundehalter das Leben schwer. Sogar während der Brut- und Setzzeit, wenn Hunde in der freien Landschaft angeleint werden müssen, um Wildtiere zu schützen, würden einige Besitzer die Vierbeiner über seine Wiesen laufen lassen.
Was viele Hundehalter nicht wissen: Die Fäkalien ihres Lieblings können für Rinder und andere Tiere gefährlich werden. Einige Hunde sind mit dem einzelligen Parasiten namens Neospora caninum infiziert. Diesen scheiden sie mit dem Kot aus. „Es ist so, dass in der Kacke eine gefährliche Gefahr lauern kann“, sagt Ulli Vey. Rinder, die kontaminierte Ausscheidungen infizierter Hunde aufnehmen, können Tot- oder Fehlgeburten erleiden. Er habe auf seinen Wiesen schon Rinderföten entdeckt, die noch nicht einmal Haare aufwiesen, berichtet der Biobauer. Vor einiger Zeit habe er seine damals 30 Rinder untersuchen lassen und drei von ihnen seien positiv auf Neosporose getestet worden, so Ulli Vey. Auch Hundehaufen auf Wanderwegen seien ein Übel, denn diese würden schnell von seinen Traktoren überfahren und so auf die Wiesen transportiert. Sogar Plastiktüten mit Hundekacke darin hat der Biobauer schon auf seinen Wiesen – und im Kot seiner Rinder entdeckt. Seinem Mitarbeiter seien die Hinterlassenschaften beim Freischneiden des Wolfszauns schon mehrfach an die Kleidung oder ins Gesicht geklatscht.
Ulli Vey gibt nicht den Vierbeinern die Schuld. „Das Problem befindet sich am anderen Ende der Leine.“ Wobei der Biobauer keineswegs alle Hundehalter über einen Kamm scheren will. „Gut 90 Prozent der Menschen halten sich an die Gesetze“, sagt der tierliebe Landwirt, der gerne mit Herrchen und Frauchen ins Gespräch kommt. Er bittet diese, bislang uneinsichtige Hundehalter anzusprechen und sie auf die Gefahr hinzuweisen, die durch das unkontrollierte Kacken der Vierbeiner entstehen kann.
„Es ist kein Dünger!“, macht Ulli Vey deutlich. „Ich finde es ganz toll, wenn die Leute ihre Hunde an die kurze Leine nehmen und damit die Aufzucht von Niederwild unterstützen und dafür sorgen, dass wir eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt haben.“
Weitere interessante Artikel








