Neubau des Freizeitbades wird wahrscheinlich

Das derzeitige Schwimmangebot soll bestehen bleiben

Das Fritz-Piaskowski Freizeitbad ist längst in die Jahre gekommen. Inzwischen wird in der Gesellschaft Bremer Bäder über einen Neubau nachgedacht. Foto: TH

Artikel vom: 24.10.2022

Vegesack – (TH) „Über die Finanzen mache ich mir keine Sorgen“. Staatsrat Jörn Fries ließ keine Zweifel aufkommen, dass beim Thema Freizeitbad Vegesack Bewegung kommt. „Es gibt ein vollwertiges Bekenntnis aus dem Rathaus, dass es ein komplettes vollständiges Bad wird“.

Bad wird abgerissen

Auch Martina Baden, Geschäftsführerin der Gesellschaft Bremer Bäder, wurde deutlich. „Wir werden das gesamte Bad abreißen, ohne Zwischennutzung“. „Endlich“ – aus den Reihen der Beiratsmitglieder Vegesack fiel das erlösende Wort. Es richtete sich an die gefallene Entscheidung, dass man davon Abstand nehme, das Hallenbad umfangreich zu sanieren.
Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt schlug anfangs eine umfangreiche Beschlussvorlage vor, die mit einem klaren Bekenntnis für einen Neubau des Fritz-Piaskowski-Bades begann. Darin wird die Senatorin aufgefordert, eine schnelle Entscheidung zu treffen und die erforderlichen Finanzen zur Verfügung zu stellen.
Das derzeitige Angebot einschließlich der Nutzergruppen und Schwimmwettkämpfe müsse bestehen bleiben. Zuvor kritisierte Heiko Dornstedt den Umstand, dass bereits im fünften Sommer das Freibad für Erholungssuchende und Schwimmsportbegeisterte nicht zur Verfügung stand. Im Namen des Beirates forderte er die Gesellschaft Bremer Bäder und den Bremer Senat auf, Haushaltsmittel für die gesamte anstehende Sanierung einzuplanen.
Doch es sollte an diesem Abend anders kommen. Das war von Martina Baden zu hören, die gemeinsam mit Staatsrat Jan Fries aus dem Hause der Sozialsenatorin an der öffentlichen Beiratssitzung im Stadthaus Vegesack Rede und Antwort stand. „Heute können wir keine Präsentation vorlegen“, erklärte Jan Fries den sichtlich angespannten und verärgerten Beiratsmitgliedern. Dafür machte der Staatsrat Kostensteigerungen verantwortlich. „Daher entsteht durchaus die Möglichkeit zu prüfen, ob ein Neubau nicht Sinn macht“. Denn haushaltstechnisch, aber auch für den Stadtteil, wäre man verpflichtet, eine Lösung zu finden, so Fries. Details für die Wirtschaftlichkeit konnten noch nicht abschließend geklärt werden, auch der nötige Zeitrahmen für die Ausschreibung. Für den Neubau spräche, dass das Freizeitbad nicht mobilitätsgerecht ausgestattet sei. So wären durch einen Bauversatz zwei Ebenen vorhanden. Auch der Zugang über die Treppenanlage sei nicht behindertengerecht.
Nach der Aussage von Martina Baden müsse ein Bad 40 Jahre existieren. Schon zu einem frühen Zeitpunkt hätte sich die Bädergesellschaft mit der Fragestellung Sanierung oder Neubau beschäftigt. Auch für sie überwogen die Vorteile bei einem Neubau, nicht zuletzt aufgrund einer künftigen energetischen Bauweise mit barrierefreien Zugängen.
Fortsetzung auf seite 18
Zudem würde das gesamte Areal besser aufgeteilt werden, so dass die Parkplätze an der Frontseite im rückwärtigen Bereich untergebracht werden. „Wenn wir weitermachen dürfen samt der erforderlichen Planungsgelder, wird es der Zeitraum 2027 – 2028 werden“, nannte Martina Baden den geschätzten Zeitraum. Das träfe auch bei einem Neubau zu. Darüber wird letztendlich der Senat entscheiden, so Jan Fries. „Es hängt im Wesentlichen von der Zeitschiene ab, gefolgt von der Wirtschaftlichkeit“. Nähere Einzelheiten wollten Mitglieder des Beirates erfahren. So erkundigte sich Natalie Lorke, Fraktionssprecherin der CDU, nach den Finanzierungsmöglichkeiten, ob es beispielsweise Gelder vom Bund geben würde. Sie wäre schon ganz ungeduldig, bis es endlich losgehen würde. Vereine müssten in die Pläne mit einbezogen werden. „Wir brauchen nicht nur ein Spaßbad, sondern ein Sportbad“, so Heike Sprehe (SPD). Die Vorteile bei einem Neubau lägen auf der Hand, auch wenn größere Probleme die Energiekosten verursachen. „Warum können sie uns nicht eine Wettbewerbsskizze vorlegen ?“ harkte Hans Albert Riskalla (CDU) nach und erkundigte sich nach dem Finanzrahmen. „Da wir seit 5 Jahren darüber verhandeln, zeigt, dass es keine schnelle Lösung geben wird.“ Riskalla mutmaßte, dass eine Fertigstellung eher in die 2030er Jahre führen werden. Nach den Worten seines Parteikollegen Torsten Bullmahn müsse man nicht nur die Finanzierung realisieren, sondern auch die Planung. Er sei gespannt, was als Ergebnis herauskommen wird. Zugleich verwies er Staatsrat Fries auf die Tatsache hin, dass Vegesack und erst recht nicht der Norden mit über 110000 Einwohnern keine Kleinstadt darstelle. „Machen sie was daraus, dass die Bürger ein gutes Bad bekommen“, lautete sein Credo. Die Schwimmhalle hat ausgedient, so Gabriele Jäckel (SPD). „Die alte Dame ist in die Jahre gekommen“. Die Treppe stelle ein großes Hindernis da. Kritik über die verstrichene Zeit äußerte Christoph Schulte im Rodde (Grüne). Ein Abwägen zwischen Neubau und Sanieren macht man in der frühen Phase. Daraus entwickelt man Nutzwertanalysen. Es wäre schön, wenn das mehr in den Vordergrund rücken würde. Karl Brönnle (Die Linke) kritisierte den Zustand, dass es bislang in Bremen-Nord keine Möglichkeit für einen Rollstuhlfahrer geben würde, ein öffentliches Bad zu besuchen. Um einen Badebetrieb aufrecht zu erhalten, hielt es Martina Baden für möglich, eine Traglufthalle über das Freibad aufzustellen. So könnten Schwimmkurse und Vereinsschwimmen stattfinden. Erst wenn das neue Hallenbad fertig ist, würde das Freibad saniert werden können.


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