Adieu Köksch un Qualm

Andreas Plundrich über die Neuaufstellung der Arbeit im Vegesacker Geschichtenhaus

Betriebsleiter Andreas Plundrich in der historischen Kulisse des Vegesacker Geschichtenhauses.Foto: AS

Artikel vom: 15.03.2024

Vegesack – (AS) Die Erzählung über das Köksch un Qualm geht ihrem Ende zu. Seit Wochen ist das Burglesumer Mitmachmuseum geschlossen. Grund waren Kürzungen bei den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, beschlossen von der Bundesregierung, ausgeführt vom Jobcenter, was unter anderem Auswirkungen auf den Bremer Beschäftigungsträger bras e. V. hatte, dem das Museum untergeordnet ist (wir berichteten). Betriebsleiter Andreas Plundrich ist mit seinem Team ins Vegesacker Geschichtenhaus gewechselt und nun vor Ort der Chef. „Es ist spannend, hier im Haus zu sein!“ Dieses existiert in der heutigen Form seit 2016. Für das Zusammenwachsen der beiden Teams – 20 Menschen in unterschiedlichen Beschäftigungsmaßnahmen –, Konzepte und Häuser habe er sich die ehemalige Leiterin beider Häuser, Silvia Claus, die Theatertrainerin Monika Bernsdorf sowie den Bühnen- und Kostümbildner Roland Wehner mit ins Boot geholt.

Er sei froh, Silvia Claus an Bord zu haben, sie sei unter anderem eine gute Quelle und habe viele Kontakte. Mit Monika Bernsdorf hat er bereits im Köksch zusammengewirkt, sie sei dabei, sich mit allen Teilnehmenden in die Spielführung einzuarbeiten. Und Roland Wehner baue derzeit an einem Modell für die neue Kulisse. Angedacht sei, den Privathaushalt der Familie Lange aus etwa dem Jahr 1860 als neue Abteilung vorzustellen; darin soll die Küche des Köksch un Qualm integriert werden. Zirka 40 Prozent der oberen Etage des Geschichtenhauses – das Café bleibe – würden dafür eingeplant. Der Umbau soll im Laufe des Jahres, in Richtung Herbst, abgeschlossen werden. Dafür hofft der Betriebsleiter auch auf „Mittel von außen“.

Sein Wunsch sei, dass das Geschichtenhaus wahrgenommen und besucht wird, beispielsweise von Schulklassen, die es als außerschulischen Lernort nutzen könnten. Es sei ein kreativer Ort, um sich auszutoben. „Es ist wichtig, ein haptisches Erlebnis zu haben“, weiß der 51-Jährige. Da sich die Donnerstags-Veranstaltungen – Lesungen, Theaterstücke oder Vorträge – im Köksch un Qualm bewährt hätten, sollen sie langfristig gesehen auch das Programm des Geschichtenhauses bereichern. Andreas Plundrich hofft zudem, wieder Ehrenamtliche gewinnen zu können. Die Bereiche im Erdgeschoss blieben vom Umbau unberührt, der Außenbereich soll jedoch intensiver bespielt werden: Das Haus will sich öffnen. Beispielsweise werde es sich bei der „Langen Nacht der Museen oder bei anderen Aktionen“ beteiligen. „Wir sind als kulturelles Haus in der Verantwortung und müssen uns weiterentwickeln.“ Dafür habe er ein kreatives, gut aufgestelltes und motiviertes Team. „Es ist ein spannendes herausforderndes Projekt, eine Chance, mich auszuprobieren und zu beweisen“, so der Leiter. Es sei ein großes Erbe, dass er von Helle Rothe angetreten habe.

Das Vegesacker Geschichtenhaus, Zum Alten Speicher 5a, ist von Mittwoch bis Samstag, von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Spielführungen gibt es bis 16 Uhr, letzter Einlass ist 15 Uhr. Um Anmeldung unter Telefon 0421/89776640 wird gebeten. Mehr Infos: www.vegesacker-geschichtenhaus.de.

Im Köksch un Qualm werde derzeit ausgeräumt: „Es ist unglaublich, was die Menschen uns vermacht haben. Das sind schöne Objekte und wert, ausgestellt zu werden“, so Andreas Plundrich. Viele Gegenstände gebe es doppelt und dreifach. „Wir wollen dafür sorgen, dass sie einen guten Platz bekommen.“ Andere Einrichtungen, wie das Kaisenhaus-Museum oder das ALZ, hätten Interesse gezeigt. Für Ende März, Anfang April, werde im Mitmachmuseum, Stader Landstraße 46, ein Flohmarkt geplant.


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