Beiratspolitiker spricht von „Trauerspiel“
Die Baustelle in der Kimmstraße sorgt für Probleme – unter anderem bei der Müllabfuhr. Die Bauarbeiten sollen bis zum 4. September andauern. Foto: rdr
Artikel vom: 17.08.2026
Vegesack (rdr) – In der Kimmstraße werden derzeit Versorgungsleitungen verlegt. Das teilte kürzlich der zuständige Verkehrssachbearbeiter mit. In der schmalen Straße sei deshalb eine Vollsperrung in zwei Bauabschnitten erforderlich.
Beiratspolitiker Ingo Schiphorst, der nebenbei auch noch Anwohner ist, spricht von einer Akte des Trauerspiels. Er bemängelt nichtaussagekräftige Informationen für die Anwohner, das Aufstellen von Halteverbotsschildern auf den Bürgersteigen und lediglich eine Information der Polizei an das Ortsamt über die Vollsperrung, die an die Beiratsmitglieder weitergeleitet wurde. Ingo Schiphorst äußert in diesem Zusammenhang die Vermutung, dass ein falsches Verwaltungsverfahren angewendet wurde. Aus seiner Sicht ist das Amt für Straßen und Verkehr in dieser Sache zuständig, nicht aber die Polizei allein.
Er habe das Ortsamt am 30. Juli telefonisch darauf hingewiesen, dass den Anliegern nichts bekannt sei und auf die Notwendigkeit einer Klärung der Müllabfuhr hingewiesen, so das parteilose Beiratsmitglied. Die Müllabfuhr sei am 4. August ausgeblieben, obwohl die Straße noch befahrbar gewesen sei.
Nach Mängelmeldungen habe die Bremer Stadtreinigung vergeblich versucht, am späten Samstagvormittag danach den Müll über die erwartbar belebte Fußgängerzone Gerhard-Rohlfs-Straße abzufahren. Am 10. August habe er dann dahingehend einen Hinweis an die Polizei gegeben, dass die aufgestellten Verkehrsschilder die Nutzung der ohnehin schmalen Bürgersteige stark erschweren, so Beiratsmitglied Ingo Schiphorst. Mehrmals habe er diese Forderung wiederholt, ehe die Verkehrsschilder von den Bürgersteigen auf die Fahrbahn gesetzt wurden.
„Bis heute haben die Anlieger keine direkte Mitteilung über die Vollsperrung erhalten! Die VerkehrsManagementZentrale (VMZ) weist bis heute unter Verkehrslage nichts aus und unter Baustellen nur eine Fahrbahnverengung im Kreuzungsbereich Weserstraße / Kimmstraße“, kritisiert Ingo Schiphorst. „Eine sonst übliche Verkehrsanordnung des ASV wurde dem Beirat Vegesack in diesem Zusammenhang nicht zur Kenntnisnahme vorgelegt und scheint nicht zu existieren!“ Es handele sich bei der Baustelle offenkundig um keine Notmaßnahme, sondern um eine planmäßige Erneuerung von Versorgungsleitungen, so das Beiratsmitglied. Eine frühzeitige Information der Anwohner und der Öffentlichkeit hätte daher erwartet werden können und wäre möglich gewesen, findet er. „Die wäre insbesondere aufgrund der Urlaubszeit und der Notwendigkeit eingestellte Fahrzeuge zu verbringen, wenn sie nicht für einen Monat eingesperrt werden sollen, erforderlich gewesen.“
Aus der Kommunikation mit Ortsamt, Polizei und DBS habe er entnommen, dass es sich um keinen Einzelfehler, sondern um ein systemisches Problem handele, erklärt Ingo Schiphorst.
„Man glaubt die Verantwortung vollkommen auf den Auftragnehmer abwälzen zu können. Eine Kontrolle der Erfüllung von Auflagen, wenn diese denn überhaupt erteilt worden sind, findet nicht statt, auch dann nicht, wenn bereits Hinweise auf Ablaufstörungen vorliegen.“ Aus seiner Sicht erfolgen Mängelbehebungen nur schleppend und nur auf wiederholte und nachdrückliche externe Hinweise. „Da die Erneuerung von Versorgungsleitungen im Stadtteil weitergeht, besteht jederzeit Wiederholungsgefahr.“
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